Bitte warten...

Nachgefragt am 7. April 2016 Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal

Die Umweltminister der Länder und des Bundes haben auf einer Sonderkonferenz am 7.4.2016 über mögliche Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal beraten. Für Stadtteile mit besonders hoher Luftbelastung haben sie eine neue Umweltzone vorgeschlagen, die nur mit einer blauen Umweltplakette befahren werden darf. So eine Plakette sollen nur Fahrzeuge mit niedrigem Stickoxid-Ausstoß bekommen. Die Einrichtung solcher Umweltzonen soll aber für die Kommunen nicht verpflichtend sein.

Laut dem Umweltbundesamt wurde 2015 an rund zwei Drittel aller verkehrsnahen Messstationen der vorgeschriebenen Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten. Über diese Überschreitungen und die teils gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen des Stickstoffdioxids hatte REPORT MAINZ im vergangenen Jahr berichtet. Damals hatte das Umweltbundesamt der Regierung schwere Versäumnisse im Kampf gegen schädliche Diesel-Abgase vorgeworfen.

Report Mainz berichtete am 6. Oktober 2015

Lungenkrebs, Asthma, chronische Entzündungen – Stickstoffdioxid kann krank machen. Es ist das Gas, das im Zuge der VW-Affäre in die Schlagzeilen geraten ist. Denn in der Realität stoßen viele Diesel-Fahrzeuge deutlich mehr aus, als gesetzlich erlaubt ist und auf dem Prüfstand gemessen wird. Die Bundesregierung weiß das seit Jahren, doch hat laut EU-Kommission "keine geeigneten Maßnahmen" getroffen, um dagegen vorzugehen. Das Umweltbundesamt spricht im Interview mit REPORT MAINZ davon, dass die Bundesregierung "eine Krankheitslast toleriere". Dabei kann die Abgasbelastung durch Stickstoffdioxid Menschenleben kosten, wie jüngst eine Studie von Forschern des britischen King's College zeigte. Sie schätzt auf Basis bestehender Daten am Beispiel der britischen Hauptstadt, dass jährlich tausende Menschen vorzeitig durch Stickstoffdioxid-Belastung sterben.