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Nachgefragt am 23.5.2019 Beeinflussung durch Fake News – eine Bedrohung auch im Europawahlkampf?

Facebook sperrt hunderte Fake-Profile im Vorfeld des Europawahlkampfes, auch Seiten von AfD-Politikern sind betroffen. Das berichtet die Nichtregierungsorganisation Avaaz.

Facebook reagiert damit auf die Hinweise der Online-Aktivisten. Verdächtige Aktivitäten und die millionenfache Verbreitung von Fake News hat Avaaz in einer aktuellen Studie analysiert. In Deutschland wurden demnach 131 Accounts und 8 Gruppenseiten gesperrt, die vor allem die AfD unterstützten. Europaweit deckte Avaaz eine Flut von Falschnachrichten auf, die für 500 Millionen Aufrufe verantwortlich gewesen sein soll. Von der Sperrung betroffen ist auch eine saarländische AfD-Politikerin. Laleh Hadjimohamadvali bewertet das Löschen von Posts durch Facebook gegenüber dem SWR als einen Angriff auf die Meinungsfreiheit. Christoph Schott, Kampagnen-Direktor von Avaaz, dagegen warnt trotz des Eingreifens von Facebook vor einer Flut von Falschmeldungen im Europawahlkampf. Das Löschen von Falschmeldungen reiche nicht aus, Facebook solle in Zukunft auch Richtigstellungen liefern. Die Task Force der EU erklärte auf Anfrage, dass sie pro Woche etwa 50 neue Beispiele von Desinformation aufdecke. Bei der Umsetzung der Selbstverpflichtungen der Online-Plattformen im Kampf gegen Fake News sehe die EU Fortschritte, bedauert aber die weiterhin fehlende Transparenz bei Google und Twitter bezogen auf wahlrelevante Online-Werbung.

REPORT MAINZ berichtete am 12.3.2019:

Bilder und Videos, aus dem Zusammenhang gerissen, werden gezielt eingesetzt, um Stimmung zu machen und zu polarisieren. Zuletzt haben die Online-Aktivisten von Avaaz das bei der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich festgestellt. Das nächste Ziel von Desinformationskampagnen könnte die Europawahl im Mai sein. Doch Netz-Experten und EU-Abgeordnete glauben nicht, dass die EU-Institutionen faire und freie Wahlen tatsächlich sicherstellen können. Auf Anfrage von REPORT MAINZ verweisen EU-Kommission und EU-Rat auf die sogenannte Task Force. Doch im Interview gibt der zuständige Abteilungsleiter zu, dass zurzeit nur sieben Mitarbeiter an dem Thema arbeiten. Um die bevorstehenden Wahlen effektiv schützen zu können, hätte man schon vor zwei Jahren mit konkreten Abwehrmaßnahmen beginnen müssen.