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Nachgefragt am 20.11.2018 Missbrauchsskandal – Ehemaliger Freiburger Erzbischof Zollitsch räumt erstmals Fehler ein

Der frühere Freiburger Erzbischof und langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, räumt jetzt erstmals Fehler im Umgang mit Missbrauch durch katholische Priester in seiner Erzdiözese ein. Aus heutiger Sicht hätte er "entsprechende Täter" anzeigen müssen, gab er gegenüber dem Hamburger Journalistenbüro Crimespot zu.

Robert Zollitsch

Ehemaliger Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch

Zollitsch bestätigte, dass er in seiner aktiven Zeit auch mit Fällen zu tun hatte "in denen Priester unserer Erzdiözese Kinder missbraucht haben", doch damals sei ihm das "ganze Ausmaß" der Taten noch nicht bewusst gewesen.

Es hätten sich auch damals Opfer an ihn gewandt, doch diese seien damals nicht bereit gewesen, öffentlich zu sprechen oder Anklage zu erheben.
Er selbst habe damals "zwischen zwei Polen" gestanden: Auf der einen Seite die Opfer und auf der anderen Seite die Kirche, "die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwer tat". Zollitsch sagt, er bitte um Verzeihung für seine Fehler und dass er sehr darunter leide. Viele der Fälle gingen ihm bis heute nicht aus dem Kopf.

REPORT MAINZ berichtete unter anderem am 2.6.2010 über das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Erzbischof Robert Zollitsch:

Wegen des Vorwurfs zur Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern hat die Staatsanwaltschaft Freiburg ein Ermittlungsverfahren gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch eingeleitet. Das hat die Behörde dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ und dem SÜDKURIER bestätigt. Grundlage des Ermittlungsverfahrens ist demnach eine Strafanzeige, die bei der Staatsanwaltschaft Freiburg eingegangen ist. Anzeigenerstatter ist ein mutmaßliches Opfer, das in den 60-er Jahren von einem Pater im Kloster Birnau im Erzbistum Freiburg missbraucht worden sein soll. Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier von der Staatsanwaltschaft Freiburg teilte REPORT MAINZ schriftlich mit: "Der Vorwurf des Anzeigeerstatters geht dahin, dass der Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sei, dass es in früherer Zeit zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen sei. Dr. Zollitsch habe als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1987 gleichwohl die erneute Anstellung des Paters in der Kirchengemeinde Birnau am Bodensee veranlasst".