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Nachgefragt am 20.12.2010 Grotelüschen tritt zurück

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin (CDU) zieht Konsequenzen aus anhaltender Diskussion nach REPORT MAINZ-Enthüllungen im August.

Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU)

Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU)

REPORT MAINZ berichtete am 09.08.2010

Aufnahmen der Tierrechtsorganisation Peta zeigen erschreckende Aufnahmen aus Putenmastanlagen mit verletzten und sterbenden Tieren. Die Bilder sollen aus zwei Betrieben stammen, die mit dem Familienbetrieb von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) enge Geschäftsverbindungen unterhalten. Sie weist alle Verantwortung von sich. Tierschützer dagegen fordern den Rücktritt der obersten Tierschützerin von Niedersachsen.

Nachgefragt am 17.12.2010

Astrid Grotelüschen ist zurückgetreten. Nach den Enthüllungen von REPORT MAINZ war die Ministerin politisch unter Druck geraten. Im August hatte REPORT MAINZ Bilder aus Ihrem Familienbetrieb veröffentlicht: Erschreckende Aufnahmen aus Putenmastanlagen mit verletzten und sterbenden Tieren. Bilder aus einem Betrieb, der mit dem Familienbetrieb von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen enge Geschäftsverbindungen unterhält. Astrid Grotelüschen sah sich seitdem immer wieder Rücktrittforderungen aus der Opposition ausgesetzt. Nach der Enthüllung von REPORT MAINZ über ihre Geschäftsbeziehungen zu den Qualbetrieben verwickelt sich die Ministerin in immer neue Widersprüche.

Nachgefragt am 19.08.2010

Die Grünen im Niedersächsischen Landtag werfen Astrid Grotelüschen vor, persönlich an der Vertuschung des Skandals beteiligt zu sein. Nach Angaben des agrarpolitischen Sprechers der Fraktion, Christian Meyer, soll die Ministerin ihren Mann bereits drei Tage vor der Ausstrahlung der Filmaufnahmen über die Vorwürfe informiert haben. Seine Firma habe daraufhin drei vorformulierte eidesstattliche Erklärungen an die verdächtigten Putenmäster gefaxt, auf die sich Grotelüschen später berief. Ein Schreiben sei am 6. August sogar vom persönlichen Faxgerät der Ministerin versendet worden. Sollte Grotelüschen die Vorwürfe nicht ausräumen können, sei sie als Ministerin "nicht mehr tragbar", sagte Meyer gegenüber der Nachrichtenagentur ddp.

Nach Ausstrahlung des Beitrags in REPORT MAINZ hatte der Sprecher der Ministerin die Vorwürfe zurückgewiesen und auf die eidesstattliche Versicherungen der Inhaber beider Betriebe hingewiesen. Die Pächter hatten darin behauptet, dass die von REPORT MAINZ gezeigten Aufnahmen nicht aus ihren Ställen stammten. REPORT MAINZ liegen allerdings die Aufnahmen in ungeschnittener Form vor. So zeigen die gedrehten Sequenzen einen eindeutigen bildlichen Zusammenhang zwischen identifizierbaren Außendetails des Betriebs Voss & Stolle und verletzten Tieren in der Halle. Stefan Bröckling, der Kameramann von Peta, dessen eidesstattliche Versicherung REPORT MAINZ vorliegt, hat diese Aufnahmen selbst gedreht und im Stall auch einen Zeitungsauschnitt von Anfang Juli 2010 in die Kamera gehalten.