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Nachgefragt am 16.11.2018 Opferstudie - Ruhr-Universität Bochum will rechtswidrige Polizeigewalt empirisch untersuchen

Bewaffneter Polizist (Symbolbild)

Bewaffneter Polizist (Symbolbild)

Die Ruhr-Universität Bochum will Polizeigewalt jetzt systematisch untersuchen. Opfer können an einer Online-Befragung teilnehmen und dort anonym in deutscher, englischer, französischer und arabischer Sprache von ihren Erfahrungen berichten. Das Forscherteam unter Leitung von Professor Tobias Singelnstein untersucht in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt, welche Personen in welchen Situationen Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt werden und welche Faktoren eine Rolle dabei spielen, ob sie Anzeige erstatten oder nicht. Ziel der Studie sei es, "empirisch fundierte Aussagen über mögliches Fehlverhalten bei polizeilicher Gewaltausübung zu tätigen und das Dunkelfeld des Deliktbereichs zu beleuchten".

REPORT MAINZ berichtete am 24.07.2018 über Ermittlungsverfahren zu rechtswidriger Polizeigewalt

Die Bundesrepublik hat ein strukturelles Problem mit rechtswidriger Polizeigewalt. Das ergab eine Auswertung des Kriminologen und Juristen, Prof. Tobias Singelnstein von der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ. So gab es 2016 2383 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte wegen rechtswidriger Gewaltausübung. Dennoch wurden 90 Prozent der Verfahren eingestellt (2132). In nur 2,34 Prozent der Fälle wurde Anklage erhoben bzw. ein Strafbefehl erlassen.