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SENDETERMIN Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

Leben ohne Strom Hunderttausenden wird der Strom abgestellt - mit schlimmen Folgen für die Betroffenen

Rund 300.000 mal im Jahr wird in Deutschland der Strom abgestellt. Betroffen davon sind auch Familien mit Kindern und kranke Menschen, die dann ohne heißes Wasser, Waschmaschine und Licht auskommen müssen.

Seit fast sechs Monaten muss Burkhard Maedge ohne Strom leben, weil er seine Rechnung nicht mehr zahlen konnte. Das mache ihn kaputt, das sei kein Leben mehr, erzählt er uns. Kein Licht, keine Spülmaschine und kein Kühlschrank. Dabei ist er wegen einer Krankheit auf eine elektrische Atemmaske angewiesen. Trotzdem wurde dem Grundsicherungsempfänger der Strom von den Stadtwerken abgestellt. Alle Voraussetzungen für die angekündigte Unterbrechung der Stromversorgung seien gegeben gewesen, sagen sie.

Das kritisiert der Grüne Energiepolitiker Oliver Krischer: „Ich finde, das kann nicht sein. Hier brauchen wir gesetzliche Mechanismen, die verhindern, dass ein Energieversorger auf so eine Idee kommen kann, einem Menschen, dem der Tod droht, wenn er nicht jederzeit Strom hat, dass hier der Strom abgestellt werden kann.“ Seit 2011 wurde jedes Jahr mehr als 300.000 mal der Strom gesperrt.

Nach Untersuchungen des Wuppertal Instituts steigen die Strompreise in Deutschland seit Jahren stark an. Mehr als Löhne, Renten und Hartz IV-Sätze. Sozialminister Hubertus Heil sieht aber keinen Zusammenhang zwischen steigenden Stromkosten und Energiearmut. Der Sozialwissenschaftler Oliver Wagner dagegen kritisiert, dass es den Energieversorgern sehr leicht gemacht werde, den Strom abzustellen. „Der Energieversorger kann, sobald die Schulden 100 Euro betragen auf seinen Kunden zugehen und das Geld einfordern und ansonsten mit der Stromsperre drohen. Egal, ob jemand besonders krank ist, ob Kinder im Haushalt sind, das spielt gesetzlich keine Rolle.“ Kurz nach Abschluss unserer Dreharbeiten war der Strom bei Burkhard Maedge wieder da.

3:14 min | Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

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Autorengespräch zum Thema Stromsperre

"Wichtig ist, dass man sofort handelt"

REPORT MAINZ

Claudia Butter und Gottlob Schober geben Ratschläge, wie man sich verhalten soll, wenn das Geld für die Stromrechnung nicht reicht.

2:10 min | Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

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REPORT MAINZ fragt Markus Hedt

REPORT MAINZ fragt Markus Hedt von den Stadtwerken Menden. Mit einem freiwilligen Projekt haben sie die Stromsperren reduziert.

2:30 min | Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

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REPORT MAINZ fragt Ulrich Wockelmann

REPORT MAINZ fragt Ulrich Wockelmann vom Verein auf Recht e.V. in Iserlohn. Er unterstützt Menschen wie Burkhard Maedge, die ihren Strom nicht mehr zahlen können.

aus der Sendung vom

Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

Autoren:
Claudia Butter, Gottlob Schober
Kamera:
Udo Lachnit, Patrick Mohr, Erik Theissen, Thomas Schäfer
Schnitt:
Eva-Maria Beck