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SENDETERMIN Di, 4.8.2015 | 21:45 Uhr | Das Erste

Homöopathie auf dem Vormarsch Trotz zweifelhaftem Nutzen zahlen immer mehr Kassen

Immer in Eile, so hat Irmhild Jakob ihren früheren Hausarzt erlebt. Heute hat sie dieses Problem nicht mehr. Sie ist Patientin eines Arztes, der zusätzlich auch Homöopath ist. Er kann sich die Krankengeschichten seiner Patienten ausführlich anhören: Zum Beispiel beim ersten Patientengespräch mindestens eine Stunde lang. Viele Hausärzte dagegen haben gar nicht die Zeit dazu. Außerdem werden sie dafür auch noch schlechter bezahlt.

Wie kommt es zu dieser Ungerechtigkeit? Ärzte, die auch Homöopathen sind, profitieren von sogenannten Selektivverträgen. Diese haben die Lobbyisten des Zentralvereins homöopathischer Ärzte mit vielen gesetzlichen Krankenkassen bundesweit abgeschlossen. Vorgesehen ist darin zwar keine Übernahme der Medikamente durch die gesetzliche Krankenkasse, aber Arztkosten werden bezahlt. Obwohl der Nutzen homöopathischer Therapien wissenschaftlich höchst umstritten ist, erstatten immer mehr gesetzliche Krankenkassen die ärztliche Homöopathie. Kritik daran äußert auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen: "Wie die Krankenkassen diese Leistungen propagieren, hat mit Versorgung von Patienten primär nichts zu tun, sondern es ist aus meiner Sicht in der Tat ein reiner Werbegag. Die Finanzmittel, die in solche Leistungen fließen, fehlen natürlich in der Haus- und fachärztlichen Versorgung."

aus der Sendung vom

Di, 4.8.2015 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

AutorInnen:
Claudia Butter, Gottlob Schober

Kamera:
Jan Kreutz, Thomas Schäfer, André Schmidtke

Schnitt:
Christian Schreiber

Sprecher:
Gottlob Schober