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SENDETERMIN Di, 8.9.2020 | 21:49 Uhr | Das Erste

Grippe und Pneumokokken Wieso Corona-Risikogruppen nicht ausreichend geimpft werden können

Während weltweit fieberhaft nach einem Corona-Impfstoff geforscht wird, sind Impfstoffe etwa gegen Pneumokokken schon längst entwickelt. Doch wegen Lieferengpässen müssen Risikopatienten teilweise monatelang auf die Impfung warten – und riskieren damit ihre Gesundheit.

Einen Impfstoff gegen Corona gibt es noch nicht – umso wichtiger ist es aus Sicht vieler Experten, dass besonders in diesen Zeiten Corona-Risikopatienten zumindest vor Erregern geschützt sind, gegen die bereits ein Impfstoff entwickelt wurde. Zum Beispiel Pneumokokken: die Bakterien können ähnlich wie das Corona-Virus schwere Lungenerkrankungen hervorrufen und können deshalb vor allem für ältere und chronisch erkrankte Menschen gefährlich werden. Doch seit einem halben Jahr kommt es immer wieder zu Lieferengpässen. Ralf Beckemeier aus Nordrhein-Westfalen versucht seit März, eine Impfung zu bekommen – vergeblich. Der Pneumologe Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover warnt im Interview mit REPORT MAINZ: „Wenn wir diese Risikopatienten nicht mehr schützen können, dann werden mehr Patienten erkranken und mehr Patienten an Pneumokokken versterben.“ Und nicht nur beim Pneumokokken-Impfstoff drohen Schwierigkeiten. Manche Ärzte befürchte bereits, dass in diesem Jahr wegen der großen Nachfrage auch der Grippe-Impfstoff knapp werden könnte.

3:46 min | Di, 8.9.2020 | 21:49 Uhr | Das Erste

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Christian Saathoff

Der Gesundheitsökonom forscht und lehrt an der Universität Bielefeld – und sagt: Die Politik kann Lieferengpässe lösen, wenn sie für mehr Impfstoffproduzenten wirtschaftliche Anreize setzt.