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SENDETERMIN Di, 12.5.2015 | 21:45 Uhr | Das Erste

Flüchtlinge ohne Hilfe Die Betreuung von traumatisierten Asylbewerbern steht vor dem Aus

Die Expertise ist da, das Personal ist da, es wäre alles bereit: 25 spezialisierte Zentren stehen in Deutschland zur Verfügung, um schwer traumatisierte Flüchtlinge behandeln zu können. Doch genau diese Versorgung ist nun gefährdet. Denn die psychosozialen Zentren stehen teilweise vor dem finanziellen Ruin. Hintergrund sind gleich zwei Probleme gleichzeitig: Zum einen ist eine Förderung durch die EU ausgelaufen, seit Monaten kein Cent mehr geflossen. Ob jemals wieder EU-Fördergelder bei den Zentren ankommen, ist noch völlig unklar.

Zum zweiten hat eine Gesetzesänderung seit dem 1. März verheerende Auswirkungen auf die Zentren: Für viele Asylbewerber sind nun nicht mehr die Landkreise, sondern die Krankenkassen zuständig – sie müssten die Therapie übernehmen. Doch die weigern sich: Weil die Traumazentren gar keine Kassenzulassung haben. Wegen dieser bürokratischen Hürde können bereits jetzt Therapien nicht mehr begonnen werden, zahlreiche weitere stehen vor dem Aus. "Das wird eine existentielle Angelegenheit", warnt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren, Elise Bittenbinder.