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SENDETERMIN Di, 14.7.2015 | 21:45 Uhr | Das Erste

Erbschaftssteuer absurd Warum kaum ein reicher Unternehmer zahlen muss

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass typische Familienunternehmen bis zu 52 Millionen Euro steuerfrei vererbt werden können. Der Erbe muss dafür das Unternehmen ein paar Jahre weiterführen und Arbeitsplätze erhalten. Dennoch kritisieren Unternehmerverbände, dass Schäubles Pläne eine "Verkaufswelle" bei den Betrieben auslösen würde. 

Eine Auswertung des statistischen Bundesamts im Auftrag von REPORT MAINZ hat nun ergeben: in den vergangenen Jahren haben deutlich weniger als ein Prozent der vererbten Unternehmensvermögen überhaupt den für Familienunternehmer gültigen Grenzwert von 52 Millionen Euro erreicht.

Erbschaftssteuererklärung

Erbschaftssteuererklärung

Ab einer Vererbungsgrenze von 52 Millionen Euro wird mit einer sogenannten Bedürfnisprüfung kontrolliert wird, ob die Erben von Familienunternehmen mit der Hälfte ihres Privatvermögens die Erbschaftssteuer begleichen können.

Wolfgang Wiegard, Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums kritisiert diese Regelung gegenüber REPORT MAINZ. Er warnt davor, dass sich Firmenerben "arm rechnen" indem sie Privatvermögen auf Familienangehörige übertragen und so der Besteuerung entgehen. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier rechnet damit, dass die Erbschaftssteuerreform erneut vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden wird.



aus der Sendung vom

Di, 14.7.2015 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

Autorin:
Swantje Hirsch

Kamera:
Stefan Linn, Kolja Niber, Christian Saal, Tobias Tempel

Schnitt:
Inge Maric

Sprecher:
Swantje Hirsch