Bitte warten...

Drei Fragen an Birgitta Weber

Stellvertretende Chefredakteurin und Redaktionsleiterin REPORT MAINZ

Birgitta Weber

Birgitta Weber

50 Jahre REPORT MAINZ - nicht nur in der Fernsehzeitrechnung eine Ewigkeit. Merkt man das der Sendung an?

Mein erster Gedanke war: Ich hoffe nicht, falls ja, hätten wir etwas falsch gemacht. Denn natürlich müssen wir auch als Politikmagazin "State of the Art" sein, das heißt, in der ästhetischen Anmutung, der bildlichen Umsetzung und dem Einsatz grafischer und technischer Mittel optimieren wir die Sendung permanent. In einem Punkt jedoch sollte man schon merken, dass wir 50 geworden sind: Wir blicken auf 50 Jahre Erfahrung im Bereich investigativer Recherche. Und das ist ein großer Vorteil für uns, für das Haus und die Zuschauer. Denn wir haben die Strukturen, die in anderen Häusern erst mühsam aufgebaut werden, wir haben ausgezeichnete Journalistinnen und Journalisten, wir legen auch in der Ausbildung viel Wert darauf, dass junge Kolleginnen und Kollegen diese Redaktion kennen lernen, und wir haben den Rückhalt unserer Gremien. Investigativer Journalismus ist zwar anstrengend und unbequem, aber er ist gewollt. Und das garantiert eine kontinuierlich hohe Qualität seit 50 Jahren.

Anfangs gab es nur zwei bundesweite Fernsehkanäle, was REPORT brachte, war Sprechthema. Heute sendet REPORT Mainz in einer Zersplitterten Medienlandschaft und gegen starke Konkurrenz. Schafft es das Politmagazin trotzdem, die Agenda zu Bestimmen?

Das ist in der Tat eine Herausforderung, der wir uns von Sendung zu Sendung stellen. Und ich wage zu behaupten, mit einem gewissen Erfolg. Das liegt nicht nur an journalistisch anspruchsvollen und aufsehenerregenden Recherchen wie "Der Fall Mollath", "Das System Wiesenhof" oder der "Diätenskandal im bayerischen Landtag". Das liegt auch daran, dass wir längst multimedial arbeiten. Unsere Recherchen werden per Pressemitteilung an Agenturen und Zeitungen, sowie Online-Portale weitergegeben. Das ist der klassische Weg. Allerdings bereiten wir sie mittlerweile für Social Media und unsere Homepage gesondert auf, produzieren ARD-weit Hörfunkbeiträge und versuchen, die Recherchen in weiteren ARD-Sendungen wie Tagesschau, Tagesthemen, Mittagsmagazin oder Brisant zu platzieren. Relativ neu ist eine themenbezogene Recherchekooperation mit dem "Spiegel". Und wenn wir an einem Thema dran bleiben, gelingt es uns auch immer wieder, daraus Features für die ARD zu produzieren: Erst Ende Februar lief das ARD-Feature "Der falsche Feind" zu einem möglichen Verbot der NPD.

REPORT MAINZ erscheint ab April im neuen Look und auch mit neuen Ideen –Was wird sich ändern?

REPORT MAINZ wird kantiger, klarer, moderner. Wir setzen auf Street Art. So wird der Fuchs als gesprayter Schattenriss durch die Deko laufen, die insgesamt an Straßen erinnert: da wo wir unsere Themen finden. Und mit diesem Look unterstreichen wir unser investigatives Profil. Gerade in einer Zeit, in der Meinungen wieder polarisierter aufeinander treffen, setzen wir auf gründliche Recherche.