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Stethoskop und Geldscheine

Das kranke Gesundheitssystem Warum Patienten nicht immer optimal versorgt werden

"Die Würde des Menschen ist unantastbar", heißt es im ersten Artikel des Grundgesetzes. Das beinhaltet auch das Recht des Menschen auf eine angemessene medizinische Versorgung.

Doch wie gut ist das Gesundheitssystem in der Praxis? Wo finden sich die Grenzen dieses Systems, wo kommt es zu Missbrauch? Werden Gelder verschwendet? Welche Macht hat die Pharma-Lobby?

Schon länger wird darüber diskutiert, ob es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin gibt. Bekommen Kassenpatienten die medizinische Versorgung, die sie brauchen? Werden Privatpatienten überversorgt? Steht der Profit im Vordergrund? Warum gibt es eine Gesetzeslücke, die niedergelassenen Ärzten erlaubt, Geschenke anzunehmen? Wie sind Ärzte versichert, wenn sie Fehler machen?

Alten Menschen werden, vor allem in Pflegeheimen, zu viele Medikamente verordnet. Pillencocktails, mit zum Teil über 15 Wirkstoffen. Experten, wie Professor Gerd Glaeske, sagen, dass ältere Menschen vier bis fünf Arzneimittel täglich aushalten. "Wenn es schon mehr wird, wird es schon sehr schwierig in der Abstimmung. Wenn es über zehn geht, ist es nicht mehr kontrollierbar. Das heißt, wir haben hier eine Gefährdung durch eine nicht mehr kontrollierbare Arzneimitteltherapie", sagte Glaeske im REPORT MAINZ Interview.

Pflegeheimbewohner erhalten aber nicht nur zu viele Medikamente, sie erhalten auch Arzneien, die für sie potenziell ungeeignet sind. 83 Wirkstoffe, die alten Menschen nur in Ausnahmefällen verordnet werden sollen, sind in der so genannten Priscus-Liste aufgeführt. Obwohl das Risiko dieser Medikamente längst bekannt ist, werden sie doch zu häufig und unbedacht verordnet. Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Schwindel, sind die Folge.

REPORT MAINZ hat sich aber auch mit der "Volkskrankheit Schlaganfall" beschäftigt. Patienten werden immer wieder zu lange in kleinen Kliniken versorgt, obwohl die Überweisung in eine so genannte "stroke unit" längst erforderlich wäre. Auf diesen Stationen, die auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert sind, gibt es größere Heilungschancen. Warum werden Patienten, die in kleinen Krankenhäusern behandelt werden, immer wieder zu spät in „stroke units“ überwiesen?

Genauso passieren auch in deutschen Notaufnahmen immer wieder schwere Fehler. REPORT MAINZ ist der Frage nachgegangen, warum in Deutschland gut qualifizierter Nachwuchs fehlt.

Neben Schlaganfallpatienten werden auch MRSA erkrankte Menschen oft nicht ausreichend behandelt. In deutschen Kliniken verursachen multiresistente Keime enorme Probleme. Oftmals scheinen erkrankte Personen aber trotz gefährlicher Infektionen zu früh nach Hause entlassen zu werden.

Diesen und weiteren Fragen ist REPORT MAINZ in der Vergangenheit nachgegangen. Wir haben für Sie die interessantesten Beiträge noch einmal zusammengestellt.