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Zwei Neonazis von hinten

Das braune Netz Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland

NSU - drei Buchstaben, die für rechtsextremistischen Terror stehen. Zwischen 2000 bis 2006 sollen die die drei Mitglieder des selbst ernannten "Nationalsozialistischen Untergrunds", Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, neun Männer mit Migrationshintergrund kaltblütig getötet haben. Unerklärliches Behördenversagen führte offenbar dazu, dass das Trio noch bis 2011 unerkannt blieb.

Dabei lagen dem Landesamt für Verfassungsschutz in Dresden bereits im April 2000 dringende Hinweise auf die Gefährlichkeit des Trios vor - also rund vier Monate vor dem ersten Mord (REPORT MAINZ berichtete am 21.05.2013). 2003 wurde der schon lange zur Fahndung ausgeschriebene Uwe Böhnhardt mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem ehemaligen Schulfreund in Jena gesehen - doch die Ermittlungen wurden nicht ernsthaft geführt, sondern offenbar sogar von oberster Stelle unterbunden (REPORT MAINZ berichtete am 10.12.2013 und 14.01.2014).

Die rechtsextremistische Gefahr ist nachwievor nicht gebannt. REPORT MAINZ berichtete am 05.02.2013 über die "Neue Ordnung", die ihre Anhänger für den Kampf gegen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Politik gegenüber Ausländern schult. Auch in der im Dezember 2013 gegründeten Kleinstpartei "Der III. Weg" versammeln sich gewaltbereite Neonazis, die Gewaltaktionen wie Brandanschläge auf Asylantenheime als "vorzeitiges Weihnachtsgeschenk" feiern. "Der III. Weg" versteht sich als eine rechtsextreme Elite, denen die Thesen der etablierten NPD nicht radikal genug sind (REPORT MAINZ berichtete am 04.08.2015).

Doch Ausländerfeindlichkeit äußert sich in Deutschland nicht nur durch die offen rechtsextremen Parteien und Bewegungen. Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die in Deutschland Schutz suchen, gehen vermeintlich besorgte Bürger auf die Straße und protestieren gegen Asylantenheime. Dabei zeigen die Recherchen von REPORT MAINZ, dass Protestbewegungen wie Pegida ("patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") zunehmend von Rechtsextremen unterwandert werden.

Auch die Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Migranten stieg seit Pegida deutlich an. In den drei Monaten nach der ersten Montagsdemonstration am 20. Oktober 2014 nahm die Zahl der fremdenfeindlichen Angriffe gegenüber dem dreimonatigen Zeitraum vor Pegida um 130 Prozent zu (REPORT MAINZ berichtete am 27.01.2015).

REPORT MAINZ behält die Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft im Auge und fasst alle relevanten Beiträge dazu in diesem Dossier zusammen.