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renovierter Wohnblock von außen

Der Traum vom Wohnen Der Wohnungskampf in deutschen Städten

In Deutschland tobt ein Kampf um Wohnraum und Rendite. Ballungsräume und Städte ziehen die Bevölkerung an. Möglichst nah am Arbeits- oder Studienplatz wohnen ist das Ziel. Universitäten und Hochschulen kommen mit dem Bau von Wohnheimen für Studenten nicht hinterher, Wartelisten von mehr als 50 Leuten sind an der Tagesordnung. In den Städten kommen auf jede Wohnung gleich mehrere interessierte Parteien. Der Run auf städtische Wohnfläche nimmt von Jahr zu Jahr zu, die Mieten explodieren.

REPORT MAINZ berichtete über die Situation der Mieter. Denn um an den steigenden Mietpreisen mitzuverdienen, versuchen Vermieter häufig Altmieter mit niedrigen Mieten zu vertreiben. Und schrecken dabei auch nicht vor drastischen Maßnahmen zurück. Altmieter sehen sich einem ständigen Druck und böswilligen Schikanen ausgesetzt. Die Gas- und Stromversorgung wird unterbrochen, Fenster zugemauert, häufig werden Mieter durch Modernisierungen hinaus gedrängt.

Denn im Namen des Klimaschutzes wird in Deutschland aufgerüstet. Häuser werden gedämmt, Fenster ausgetauscht, Heizungen erneuert. Diese energetische Gebäudemodernisierung gehört zum Energiekonzept der Bundesregierung. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2050 soll der Gebäudebestand klimaneutral sein, der Energiebedarf stark sinken.

In diesem Rahmen werden Mietern zunächst geringere Kosten versprochen, weil sie Energie sparen. Doch vielfach ist das Gegenteil der Fall: Denn geringere Energiekosten gehen mit einer Erhöhung der Miete einher. Die Zahlung der Miete ist nicht länger möglich. So werden Mieter aus ihren Wohnungen geradezu heraussaniert und Platz für gewinnbringendere Bewohner geschaffen. Auf der Strecke bleiben dabei Geringverdiener und sozial schwach gestellte Menschen.

Durch die hohe Zahl an Flüchtlingen, die derzeit nach Deutschland kommen, wächst die Konkurrenzsituation unter den sozial schwachen Menschen zusätzlich an, vor allem da die Anzahl der Sozialwohnungen in den letzten zehn Jahren um 40% zurück ging. Anerkannte Flüchtlinge, die keine Wohnung finden, müssen in ohnehin schon überfüllten Flüchtlingsheimen wohnen bleiben.

Und die Immobilienbesitzer? In Zeiten der Inflation und des stetigen Alterns der Bevölkerung, in Zeiten, in denen die Rente bedroht scheint, gelten Immobilien als die sichere Anlage für den Ruhestand. Doch wie sicher ist eine solche Investition? Häufig werden Wohnungen von Strukturvertrieben vermarktet, die den Kleinanlegern auch gleich noch einen Bankkredit vermitteln. Nicht selten sitzen die Anleger dann auf ihren überteuerten und maroden, teilweise auch sehr schlecht sanierten Wohnungen.

REPORT MAINZ hat wiederholt über die üblen Machenschaften auf dem Wohnungsmarkt berichtet. Hier haben wir für Sie die interessantesten Berichte zusammengestellt.

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