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Arbeitsmarkt

Geschleift, vernachlässigt, aussortiert Missstände auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Tarifkämpfe, fragwürdige Praktiken im Hartz-IV-System, Mitarbeiter-Mobbing - REPORT MAINZ deckt regelmäßig Missstände in der Welt der Arbeit auf. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen sich in einem Zwei-Klassen-System. Das zeigt etwa ein Blick auf die Industrie: Viele Metallarbeiter im Südwesten haben sich Tarifverträge erkämpft und profitieren davon. Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind, bezahlen dagegen teils die Hälfte weniger - für Mitarbeiter, die die gleiche Arbeit leisten. Diese Unterschiede wirken sich auch auf den Ruhestand der Kollegen zweiter Klasse aus: Von der gesetzlichen Rente bleibt am Ende fast nichts übrig.


Daneben stehen die Arbeitsagenturen und Job-Center häufig in der Kritik. Unsere Recherchen ergaben beispielsweise, dass Hartz-IV-Empfänger oft vergeblich versuchen, ihre Sachbearbeiter zu erreichen, da ihnen die Herausgabe von Durchwahlen verweigert wird. Ehemalige Mitarbeiter berichten zudem von fragwürdigen psychologischen Tests, die oft als Begründung verwendet werden, um Berufsausbildungen und Weiterbildungen nicht finanzieren zu müssen.


Doch auch wer Arbeit hat, steht in Deutschland nicht unbedingt gut da. Discounter beschäftigen viele Mitarbeiter nur noch zum Mindestlohn. Betroffen sind die Angestellten von eigentümergeführten Märkten, die nicht zum jeweiligen Konzern gehören. Bei ihnen sind die Löhne massiv zurückgegangen.


Auch das Thema Versicherungsschutz wird für viele Menschen zum Problem. Die Absicherung wird in vielen Berufen wie Dachdecker, Maurer oder Krankenschwestern nicht mehr gewährt, seit 2001 der damalige SPD-Arbeitsminister Walter Riester die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit aus der staatlichen Rentenversicherung gestrichen hat. Seitdem werden Menschen in sogenannten "Risikoberufen" sowie Menschen mit Vorerkrankungen von den Versicherern systematisch aussortiert.


Seit Jahren beschäftigt sich die REPORT MAINZ-Redaktion immer wieder mit Ungerechtigkeiten wie diesen. Wir haben die spannendsten Beiträge noch einmal für Sie zusammengetragen.