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SENDETERMIN Mo, 26.5.2008 | 21:45 Uhr | Das Erste

Die NPD und die Presse Wieso REPORT MAINZ beim Parteitag draußen bleiben muss

Wir mussten leider draußen bleiben. Nein, auf dem NPD-Parteitag am Wochenende war REPORT MAINZ nicht erwünscht. Als Begründung dafür wird ausdrücklich auf unsere kritische Berichterstattung verwiesen. Jetzt müssten wir die Konsequenzen unseres sozial auffälligen Verhaltens tragen, wie es hier in diesem NPD-Schreiben in schönster Herrenmenschen-Rhetorik heißt. Wir waren trotzdem da.


Bericht:

REPORT MAINZ fährt unter Polizeischutz zum NPD-Parteitag. Denn wir und einige andere sind von der Berichterstattung ausgeschlossen. Wir hatten mehrfach kritisch über die Rechtextremen berichtet – zum Beispiel:

Über die Geschäfte deutscher Banken mit der NPD. Viele Geldinstitute trennten sich von der ultrarechten Kundschaft. Die braune Partei verliert über 100 Konten.

Der REPORT MAINZ - Bericht ist auch Thema auf dem Parteitag, wie diese Aufnahmen belegen.


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

»In ihrem Magazin wurde im Oktober 2007 zu einem antidemokratischen, die NPD diskriminierenden Pogrom angestiftet, was zur Kündigung von Konten der NPD führte.«


Wir warten vor der Halle auf eine Erklärung des Pressesprechers zum NPD- Verständnis von Pressefreiheit:


Frage: Offenbar haben Sie ein seltsames Verhältnis zur Pressefreiheit, sagen Sie mal?


»Sie haben ein seltsames Verhältnis gegenüber der NPD anscheinend. Gegenüber der nationaler Politik.«


»Ein paar Lügner!«


»Ruhe bitte!«


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

» REPORT MAINZ hat sich zu mindestens ausgegliedert in Sachen seriösem Journalismus. Das ist Fakt.«


Frage: Aber das eine Partei darüber entscheidet, was seriöser Journalismus ist, halte ich für ein bisschen abstrus?


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

»Die Freiheit nehmen wir uns als NPD. Die Freiheit nehmen wir uns.«

»Ach, sind die selbstherrlich!«


Frage: Aber das ist nicht die Freiheit des Andersdenkenden?


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

»Das ist die Freiheit des Anstandes.«


Frage: Sie sind eine anständige Partei?


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

»Wir sind anständige Deutsche, ja.«


Frage: Und alle anderen nicht?


O-Ton, Klaus Beier, NPD, Bundespressesprecher:

»Die Möglichkeit haben Sie auch noch. Vielleicht werden Sie auch noch anständiger Deutscher. Hoffen wir mal.«


Da wollen wir doch lieber ein bisschen unanständig sein. Mehr zu diesem Thema unter www.reportmainz.de im Internet.

aus der Sendung vom

Mo, 26.5.2008 | 21:45 Uhr

Das Erste