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SENDETERMIN Di, 6.11.2018 | 21:45 Uhr | Das Erste

Brennende ICEs Lokführer: "Bahn überbrückt Schutzrelais"

Auf der Schnellfahrstrecke Köln/Rhein-Main brannten am 12. Oktober zwei Waggons eines ICE 3 vollständig aus. Zeugenaussagen zum Unfall deuten nach Expertenmeinung auf eine Explosion im Kühlkreislauf hin.

Ein Lokführer erhebt gegenüber REPORT MAINZ nun den Vorwurf, dass die Deutsche Bahn ICE-Züge mit einem überbrückten Buchholzrelais fahren lasse. Dieses Bauteil ist dafür zuständig das Transformatoren-Öl zu überwachen, eine Überhitzung zu melden und notfalls den Transformator abzuschalten. Ein Sprecher der Deutschen Bahn räumte gegenüber REPORT Mainz ein, dass gelegentlich das Buchholzrelais bei ICE-1- und ICE-2-Zügen überbrückt werde. Doch laut Aussagen mehrerer Lokführer sind auch ICE-3-Züge, bei denen sich die Transformatoren unter den Waggons befinden, hiervon betroffen.

Bahnexperten wie Prof. Markus Hecht (TU Berlin) und Prof. Arnd Stephan (TU Dresden) halten das Überbrücken des Relais‘ für ein Sicherheitsrisiko.

Auch der Feuerwehrinspekteur des Kreises Neuwied, Werner Böcking, kritisiert die Bahn: Sie habe die Feuerwehren nicht ausreichend über Gefahrenquellen an Bord von ICEs aufgeklärt. Einen Brand solchen Ausmaßes wie am 12. Oktober habe er sich nicht vorstellen können.