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SENDETERMIN Mi, 26.9.2018 | 5:00 Uhr | Das Erste

Arm durch Krankheit Trotz Erwerbsminderungsrente stehen Millionen vor Altersarmut

Die große Koalition will ab 2019 Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner einführen. Gleichzeitig aber benachteiligt sie damit 1,8 Millionen heutige Rentner.

Menschen, die zu krank zum Arbeiten sind, bekommen Erwerbsminderungsrente. 1,8 Millionen gibt es in Deutschland. Weil sie früher in Rente gehen, müssen sie Abschläge bis über 10 Prozent in Kauf nehmen. Dann bleiben ihnen im Durchschnitt 716 Euro im Monat - ein Betrag weit unter der Armutsgrenze. Fast 15 % der Erwerbsminderungsrentner müssen mit Sozialhilfeleistungen aufstocken.

Die Bundesregierung will die Leistungen für Erwerbsminderungsrentner jetzt verbessern. Die Idee: Bisher werden Erwerbsminderungsrentner so gestellt, als hätten sie bis 62 gearbeitet. Auch wenn sie durch Krankheit früher aus dem Beruf ausgestiegen sind. Ab 2019 sollen sie so viel Rente erhalten, als ob sie bis zum Renteneintrittsalter gearbeitet hätten, also zunächst bis 65 Jahre und 8 Monate. Das soll im Monat rund 70 Euro mehr bringen.

Das würde vielen Rentnern helfen. Aber die neue Regelung gilt nur für Neurentner, nicht für diejenigen, die bereits Erwerbsminderungsrente beziehen. Das kritisieren die großen Sozialverbände in Deutschland, VDK und SoVD, weil 1,8 Millionen Erwerbsminderungsrentner in der Armutsfalle bleiben.

aus der Sendung vom

Mi, 26.9.2018 | 5:00 Uhr

Das Erste

Bericht

Autoren:
Claudia Butter, Gottlob Schober

Kamera:
Roland Fenselau, Marco Peschmann, Thomas Schäfer, André Schmidtke, Markus Windmeier

Schnitt:
Katja Hofmann