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SENDETERMIN Mo, 6.6.2011 | 21:45 Uhr | Das Erste

Die katholische Kirche zögert bei Entschädigungen Missbrauchsopfer klagen an

Seit über einem Jahr kämpfen acht Missbrauchsopfer um eine finanzielle Entschädigung. Sie waren Messdiener im Baden-Württembergischen Oberharmersbach. Vom damaligen Pfarrer wurden sie zum Teil jahrelang missbraucht, in einem Fall sogar 900-mal. Ingo Lenßen ist Rechtsanwalt dieser Opfer. Er kritisiert, dass es im vergangenen Jahr kein angemessenes Angebot der Kirche gegeben habe. Bislang habe sich die Kirche nur bereit erklärt, eine Summe von 5.000 Euro zahlen zu wollen. Das halten Anwalt und Opfer für nicht akzeptabel.

Auf Anfrage von REPORT MAINZ betont die katholische Kirche schriftlich, dass das Hilfspaket der Bischofskonferenz nicht auf die materielle Anerkennungsleistung von 5.000 Euro reduziert werden dürfe. So zahle man zum Beispiel auch Psychotherapien. In besonders schwierigen Fällen seien auch zusätzliche Leistungen möglich. Weiter betont die Kirche: Sie prüfe jeden Antrag unbürokratisch aber eingehend.

Dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag, Siegfried Kauder, dauert dieses Verfahren zu lange. "Man hält die Opfer hin. Das halte ich für eine katastrophale Folge einer Straftat mit psychischen Konsequenzen für das Opfer, die nicht sein dürfen, die eine Kirche auch nicht in Kauf nehmen darf", so Kauder gegenüber REPORT MAINZ. Auf die Frage, ob die katholische Kirche da ihren moralischen Ansprüchen gerecht werde, antwortete er: "Ich glaube eher nicht. Ich bin auch der Meinung, dass die Kirche diese Linie nicht wird lange durchhalten können".

aus der Sendung vom

Mo, 6.6.2011 | 21:45 Uhr

Das Erste

Bericht

Autor:
Gottlob Schober
Kamera:
Jens Köppelmann, Thomas Schäfer, Olaf Teichert
Schnitt:
Zsuzsa Döme
Sprecher:
Gottlob Schober