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Nachgefragt Lafontaines Chaostruppe

Intrigen und Grabenkämpfe in der Partei Die Linke

REPORT MAINZ berichtete am 08.09.2008

An der Basis der Partei „Die Linke“ brodelt es. Ehemalige langjährige Mitglieder und Funktionsträger berichten über Intrigen, Mobbing und Grabenkämpfe in der Partei. Drei Beispiele aus Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Bayern verdeutlichen, dass es der Linken vielerorts weniger um Inhalte als um Posten und Macht geht. So hatte der ehemalige Bundestagskandidat der Linkspartei, Wolfram Sondermann, die tiefe Spaltung der rheinland-pfälzischen Linken eingeräumt.

Nachgefragt am 09.10.2008

Der ehemalige Kreisvorsitzende der Ludwigshafener Linkspartei, Wolfram Sondermann, tritt ab Freitag, den 10.10. 2008, in einen nicht befristeten Hungerstreik. Das hat Sondermann Ende September in einem vierseitigen Brief an die Parteichefs Lothar Bisky und Oskar Lafontaine angekündigt. In dem Schreiben beklagt er die tiefe Zerrissenheit und Spaltung des rheinland-pfälzischen Landesverbandes und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Parteichefs: „Mit diesem Schreiben, lieber Lothar Bisky, lieber Oskar Lafontaine, nehme ich Euch persönlich für die desaströsen Verhältnisse in meiner Landespartei in die Verantwortung. Ihr habt in Rheinland-Pfalz unverdrossen diejenigen gestützt, die aus der Landespartei eine weitgehend apolitische Zockerbude um Mandate gemacht haben.“

Wolfram Sondermann protestiert mit seinem Hungerstreik auch gegen seinen durch die Landesschiedskommission am 20. September verhängten Parteiausschluss. Begründet wurde dieser u.a. mit Sondermanns kritischen Äußerungen in REPORT MAINZ. Mehrere weitere parteiinterne Kritiker sollen von Ausschlüssen bedroht sein.

Laut einer Eidesstattlichen Versicherung vom 26. September 2008 soll bei Sondermanns Ausschluss der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Alexander Ulrich ebenfalls eine wesentliche Rolle gespielt haben. Darin erklärt Bettina Lau, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes, also des höchsten Führungszirkels in RLP, dass der Landesvorsitzende Alexander Ulrich von ihr in diesem Sommer telefonisch eingefordert hat: „… wir müssen Wolfram Sondermann solange niedermachen, bis er die Partei verlässt.“
Die Berliner Parteizentrale hatte intern bereits im Sommer schriftlich die Zustände in RLP als „beschämend“ bezeichnet.

Mit Verweis auf schwebende Schiedsverfahren hat die Linke RLP zum wiederholten Male gegenüber REPORT MAINZ jede Stellungnahme verweigert.

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