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SENDETERMIN Mo, 8.1.2007 | 21:45 Uhr | Das Erste

Franz Alt in Indien Was mit Ihren Spenden im Tsunami-Gebiet erreicht wurde

Moderation Fritz Frey:

Treue REPORT-Zuschauer kennen den Herrn hinter mir, Franz Alt. Zwanzig Jahre hat er REPORT moderiert und er ist auch heute noch als Journalist aktiv. Für uns beobachtet er immer wieder Hilfsprojekte, für die wir in REPORT-Sendungen bei Ihnen um Spenden gebeten haben. Die Andheri-Hilfe Bonn organisiert solche Projekte.


Zuletzt, das war vor zwei Jahren, haben wir gezeigt, wie den Tsunami-Opfern in Südindien geholfen werden soll. Damals hatten REPORT-Zuschauer über eine halbe Million Euro gespendet. Franz Alt war jetzt über Weihnachten im Staat Tamil Nadu - dort entsteht ein Dorf, noch ohne Namen, gebaut mit Ihrem Geld.


Bericht:

Rosi Gollmann tröstet eine trauernde Mutter. Ihre Tochter Sudha war neun Jahre alt, als die Tsunami-Welle sie in den Tod riss. Auch Raju, seine Frau, wurde ein Opfer der Killerwelle an Weihnachten 2004.


Zwei Jahre nach dem Tsunami wird für 400 Überlebende ein neues Dorf eingeweiht. Und für jeden ihrer neun toten Verwandten ein Kokosnussbaum gepflanzt. REPORT-Zuschauer hatten eine halbe Million Euro gespendet. Alle Familien haben an ihrem Dorf mitgebaut.


Rückblick: So sah es an Weihnachten 2004 an 2.000 Kilometern Küste in Südindien aus. Uns fehlten damals die Worte, das Elend zu beschreiben. Am Indischen Ozean hatten insgesamt 220.000 Menschen ihr Leben verloren.


Eltern beweinten ihre toten Kinder, Frauen ihre toten Männer. Rosi Gollmann, Gründerin der Andheri-Hilfe Bonn, mit zwei Frauen, die durch den Tsunami ihre Männer verloren hatten. „Wir werden euch helfen“, hatte sie ihnen versichert. Die REPORT-Zuschauer machten die Hilfe möglich.


Jetzt trafen wir die beiden Frauen wieder. Sie haben neuen Lebensmut. Aber viele sind noch immer traumatisiert. Sie hatte uns vor zwei Jahren schon den Tod ihres Mannes geschildert und noch immer demonstriert sie, wie die Tsunami-Welle sie erfasst hatte und ihren Mann wegriss, an dem sie sich festgeklammert hielt.


Zwei Jahre lang lebten 400 Unberührbare in diesen Notunterkünften. Menschenunwürdige Blechhütten hatte ihnen die indische Regierung zur Verfügung gestellt. Die höhergestellten Fischer wohnen längst wieder in festen Steinhäusern.


Die Andheri-Hilfe Bonn unterstützt in Indien seit 40 Jahren die Kastenlosen und die Ärmsten. An Weihnachten 2006 konnten auch sie endlich aus ihren Hütten in feste Steinhäuser umziehen. Rosi Gollmann darf das neue Dorf einweihen, das erste Dorf für kastenlose Tsunami-Opfer.


O-Ton, Rosi Gollmann, Andheri-Hilfe Bonn:

»Wir werden euch nicht alleine lassen. Wir bleiben auch in Zukunft an eurer Seite.«







Über 300 Häuser für Kastenlose hat die Andheri-Hilfe bauen können. 74 davon in diesem Dorf. Die erste Familie zieht in die neuen Häuser. Junge Eltern mit vier Kindern in 30 Quadratmetern in Indien für Kastenlose ein ungewohnter Luxus.


Als Tagelöhner verdient ihr Mann weniger als einen Euro am Tag. Ihre Freude über die Hilfe aus Deutschland ist beinahe grenzenlos:


„Jetzt haben wir endlich eine eigene Toilette, zwei Zimmer und eine Küche“, sagt er. Danke für das schöne Haus, sollen wir von allen 74 Familien den deutschen Fernsehzuschauern sagen. Neues Leben im neuen Dorf für die Ärmsten.


Jedes Haus ist doppelt Tsunami gesichert. Die Wohnung ist einen Meter über der Erde und jedes Haus hat eine eigene Treppe als Fluchtweg auf das sichernde Dach. Das Dorf ist 1,5 Kilometer vom Meer entfernt. Die Kinder sind wieder voller Lust und Lebensfreude.


Viele ihrer Eltern haben hier Arbeit gefunden. Die Backsteine für ihre Häuser haben sie selbst produziert. Die Andheri-Hilfe will immer langfristig helfen, das heißt, Arbeit und Einkommen sichern. Diese Backsteinfabrik soll ihnen bald selbst gehören. Kastenlose werden Fabrikbesitzer.


O-Ton, Prof. Immanuel Prabakar, Tsunami-Beauftragter der indischen Regierung:

»Die Menschen haben jetzt wieder Hoffnung auf Zukunft. Die Andheri-Hilfe hat bewiesen: Jede Katastrophe ist auch eine Chance. Und diese führt zu Entwicklung.«





Abmoderation Fritz Frey:

Kein Zweifel, Ihre Spenden erreichen das Ziel. Wenn Sie die Andheri-Hilfe Bonn weiterhin unterstützen wollen, finden Sie die Kontonummer und alles, was dazu gehört, auf der Videotextseite 383 oder auf unserer Homepage www.swr.de/report.