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SENDETERMIN Do, 6.6.2019 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Comic Wie wirken Drogen?

Walter will mit Drogen experimentieren - hat aber leider überhaupt keine Ahnung davon, was die mit seinem Gehirn machen.

Die Drogen gelangen über den Blutkreislauf ins Gehirn. Hier arbeiten zig Milliarden Nervenzellen zusammen von denen oft eine einzelne viele tausend Kontakte mit anderen Nervenzellen hat.

An diesen Kontaktstellen passiert es: Hier führt ein elektrischer Reiz aus einer Nervenzelle zur Ausschüttung von Botenstoffen, die als chemischer Reiz durch den synaptischen Spalt wandern – den Zwischenraum zwischen zwei miteinander verbundenen Nervenzellen. Die Botenstoffe docken dann an den Rezeptoren der nächsten Nervenzelle an und lösen dort wieder ein elektrisches Signal aus, das wiederum die nächste Nervenzelle reizt, und so weiter. So kann auf biochemischem Weg die elektrische Erregung des Gehirns und damit auch unser Bewusstsein beeinflusst werden.

Grafische Darstellung von Botenstoffen und Rezeptoren im Gehirn.

Kokain sorgt im synaptischen Spalt für eine hohe Konzentration an Botenstoffen. Das steigert vorübergehend die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Walter will seine Session doch tatsächlich mit Kokain beginnen – und zieht todesmutig eine Linie des weißen Pulvers in seine Nase. Kokain, wie auch Chrystal Meth, bewirkt, dass auch ohne ein elektrisches Signal Botenstoffe in den synaptischen Spalt gelangen. Außerdem verhindert Kokain die Wiederaufnahme der Botenstoffe in der Ausgangszelle. So ist der Spalt mit bis zum 40fachen der normalen Botenstoffmenge gefüllt – und die folgende Zelle wird andauernd gereizt

Das Gehirn läuft auf Hochtouren, der Drogenkonsument fühlt sich unschlagbar und ist auch tatsächlich zu Höchstleistungen imstande. Walter zumindest schafft es in dieser euphorischen Stimmung, seinen Beistelltisch mit einem einzigen Handkantenschlag in Sperrmüll zu verwandeln.

Das Gefühl hält so solange an, bis mit dem Blutstrom das Kokain abtransportiert ist und der Kater einsetzt. Walter fühlt sich richtig schlecht. Das Hochgefühl ist weg. Er ist erschöpft und in seinem Körper kursieren giftige Abbauprodukte der Session.

Mit einem Joint will er sich wieder aufrichten. Ob das so eine gute Idee ist? Cannabis wirkt anders als Kokain. Cannabis erhöht nach dem elektrischen Signal die Menge von Dopamin im synaptischen Spalt, und zwar deutlich. Dopamin aktiviert unter anderem unser Belohnungssystem im Gehirn.

So stellt sich bei Walter nach einer Viertelstunde tiefste entspannte Zufriedenheit ein, die nach einigen Minuten in hysterisches Gekicher umschlägt. Die Sucht nach diesem Gefühl kann zur Abhängigkeit führen.

Jetzt übertreibt Walter es aber wirklich: Noch eine Opium-Pfeife oben drauf. Das kann er nicht ernst meinen! Opium oder auch LSD können Botenstoffe im synaptischen Spalt direkt imitieren und damit selbst die bewusstseinsverändernden Wirkungen hervorrufen. Aber das war jetzt wirklich zu viel für Walter. Bewusstlos kippt er mit dem Sessel um.