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SENDETERMIN Do, 20.9.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Fernöstliche Medizin Wie gesund ist die goldene Milch?

Ihre goldene Farbe bekommt sie vom Gewürz Kurkuma, das in der fernöstlichen Medizin als entzündungshemmend gilt.

In Szenecafes ist die goldene Milch oder auch Kurkuma-Latte zu einem der Lieblingsgetränke gesundheitsbewusster Menschen avanciert. Schließlich wird das Milchmixgetränk, das gerne auch vegan mit Reis- oder Sojamilch bestellt wird, als Superfood wahrgenommen. Kurkuma Latte gilt als Fitmacher, Immunkraftstärker und natürlich als Entzündungshemmer.

Besondere Heilkraft verspricht man sich vom Curcumin

Es steckt in der asiatischen Gewürzpflanze Kurkuma. Curcumin ist der intensiv orangeroter Farbstoff in den Knollen und Wurzeln des Kurkuma. Tatsächlich hat Curcumin beim Menschen zahlreiche positive Wirkungen. Indische Mediziner setzen Kurkuma erfolgreich gegen Verdauungsstörungen und Entzündungen ein.

In der traditionellen Ayurveda-Medizin bewährt sich Kurkuma bereits seit tausend Jahren. Nun untersuchen Wissenschaftler, was der Stoff Curcumin tatsächlich im menschlichen Körper macht. Dabei entdecken sie Wirkungen auf ganz verschiedenen Ebenen. Inzwischen wird Kurkuma auch zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Alzheimer diskutiert. Darauf weisen neue Erkenntnisse aus Versuchen mit Curcumin an menschlichen Zellkulturen hin. Ob diese Eigenschaften auch beim lebenden Menschen funktionieren ist allerdings noch nicht hinreichend geklärt.

Kurkuma latte

Szenegetränk für gesundheitsbewußte Trendsetter- Kurkuma latte oder goldene Milch.

Curcumin wirkt tatsächlich entzündungshemmend

Curcumin wirkt auf Entzündungsprozesse im Körper ein und kann so eine Entzündung hemmen. Das ist bereits in Humanstudien nachgewiesen, bestätigt Professor Jan Frank von der Universität Hohenheim. Er untersucht in zahlreichen Forschungsprojekten, wie sich Curcumin im menschlichen Körper verhält und wie es letztlich wirkt. Alle anderen positiven Wirkungen, die dem Curcumin zugeschrieben werden, sind bisher nicht am Menschen getestet worden.

Wie gut nimmt der Körper den Wirkstoff Curcumin auf?

Trotzdem macht es keinen Sinn große Mengen Kurkuma-Wurzel oder Curcumin-Pulver zu verzehren, um die eigene Immunabwehr zu stärken. Die sogenannte Bioverfügbarkeit von Curcumin ist sehr bescheiden. Lediglich ein Prozent des aufgenommenen Curcumins kreist in aktiver Form im Blut. Der größte Teil Curcumin wird an andere Stoffwechselprodukte gebunden und ist damit inaktiv.

Nun wollen die Forscher herausfinden, wie sich die Bioverfügbarkeit verbessern lässt. Dazu verabreichen sie Curcumin in Kapseln kombiniert mit anderen Stoffen, zum Beispiel mit Pfeffer oder verschiedenen ätherischen Ölen. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Kombination dazu führt, dass mehr aktives Curcumin im Blut kreist.

Ist Kurkuma-Latte nun empfehlenswert?

Ob Curcumin in Kombination Kombination mit Milch – so wie in der „Goldenen Milch“ – die Bioverfügbarkeit des Curcumins verbessert, ist noch nicht untersucht. Auch der Hohenheimer Forscher Jan Frank wagt da keine eindeutige Prognose: „Milch ist eine Emulsion und wenn das Curcumin in dieser Emulsion gelöst wäre, könnte die Aufnahme besser sein. Milch enthält aber auch Proteine, die Curcumin binden könnten und das könnte die Aufnahme verschlechtern.“

Bleibt das Fazit: Wem Kurkuma-Latte schmeckt, der soll die „Goldene Milch“ ruhig genießen. Ob das enthaltene Kurkuma der Gesundheit nutzt, ist allerdings fraglich. Doch wer keine Zweifel am Immunbooster Kurkuma hegt und keine goldene Milch mag, der kann seinen Speiseplan ja dennoch mit Kurkuma erweitern und das Pulver zum Beispiel über Müsli und Salat streuen oder als Knolle zubereiten bei Gemüse- und Fleischgerichten.

aus der Sendung vom

Do, 20.9.2018 | 21:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.