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SENDETERMIN Do, 30.10.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag odysso Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Rhythmusstörungen des Herzens können harmlos sein, aber auch lebensgefährlich werden. Wissenschaftsjournalist Axel Wagner macht sich auf die Suche nach Therapien, die helfen.

Professor Martin Borggrefe, Direktor der I. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim, und sein Team sind spezialisiert auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Er besucht mit Wissenschaftsjournalist Axel Wagner eine Operation, die auf das Innere des Herzens abzielt. Kernstück des Eingriffs ist der so genannte Defibrillator. Er soll das Herz des Patienten wieder in Takt bringen - wenn es wie im vorliegenden Fall immer wieder zu einem so genannten Kammerflimmern kommt, der Hauptursache für den plötzlichen Herztod. Um zu testen, ob der Defibrillator auch funktioniert, wird das Herzflimmern für einen kurzen Moment künstlich ausgelöst. Das implantierte Gerät reagiert. Ein Stromstoß durchläuft den Brustkorb des Patienten auf dem OP-Tisch. Die Kurve des Herzflimmerns geht wieder in einen normalen Rhythmus über.

Der nächste Patient von Prof. Borggrefe leidet seit Jahren an einer anderen Art von Rhythmusstörungen: dem Vorhofflimmern. Das bedeutet, dass das Herz immer wieder mal ganz schnell schlägt und der Patient empfindet Episoden eines unregelmäßigen Herzschlages, auch verbunden mit Symptomen wie Brustenge, Luftnot und Angstgefühlen. Prof. Borggrefe bezeichnet das Vorhofflimmern als "heimtückisch", da es häufig unerkannt bleibt oder als bloße Übelkeit fehldiagnostiziert wird. Doch wenn die Vorhöfe des Herzens aus dem Takt geraten und unregelmäßige Impulse abgeben, kann das sehr ernste Folgen - bis hin zum Schlaganfall - haben. Gerade auch für ältere Menschen eine Gesundheitsgefahr.

Die OP erfolgt nicht etwa am offenen Herzen, ein kleiner Katheter wird in eine Beinvene gebracht und so bis in das Innere des Herzens vorgeschoben. Ist auf diesem Weg durch die Gefäße der Vorhof des Herzens erreicht, kann das eigentliche Behandlungswerkzeug seine Arbeit aufnehmen. Ein kleiner, eisgekühlter "Cryo-Ballon": seine extrem kalte Gasfüllung soll Gewebe im Herzen veröden. Ziel sind die Ansatzstellen der Lungengefäße im Herzen. Mitten im schlagenden Herzen vereist der Ballon die Leitungsbahnen und beendet so den Überschuss an elektrischen Impulsen, das Herz kann wieder normal schlagen. Ein kleiner Eingriff, für die Patienten eine große Entlastung.

Der Besuch in der Klinik zeigt Wissenschaftsjournalist Axel Wagner, dass wenn das Herz aus dem Takt gerät dies nicht unbedingt dramatisch sein muss - aber ernste Folgen haben kann. Und genau deswegen sollte man Herzrhythmusstörungen niemals auf die leichte Schulter nehmen, sondern immer von einem Arzt untersuchen lassen.

aus der Sendung vom

Do, 30.10.2014 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.