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SENDETERMIN Do, 22.2.2018 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Comic Was ohne Strom alles nicht geht

Nur mal angenommen, in weiten Teilen Deutschlands würde der Strom ausfallen: Es wäre dunkel, klar. Aber das wäre noch lange nicht die schlimmste Folge.

Ohne Elektrizität fallen von jetzt auf gleich Ampeln aus. Das dürfte viele Verkehrsteilnehmer zunächst enorm irritieren und zu zahlreichen Unfällen führen. Zudem würden wohl viele Menschen abrupt in Bahnen, Zügen, Fahrstühlen und Gondeln stecken bleiben. Je nach Jahreszeit wird es dort sowie in Wohnungen, Büros und anderen Häusern ohne funktionierende Heizung oder Klimaanlage auch schnell kalt beziehungsweise warm.

Da zudem überall dort, wo es keine Notstromaggregate gibt, alle netzgebundenen Geräte wie Herd oder Mikrowelle ausfallen, werden zahlreiche Menschen bei einem lang anhaltenden Stromausfall irgendwann nach Alternativen suchen, um sich etwas zu Essen zuzubereiten oder zu wärmen. Doch nicht jeder kann mit Camping-Gaskochern (sofern vorhanden) und offenem Feuer umgehen, so dass mit einer erhöhten Anzahl an Hausbränden und Rauchvergiftungsopfern zu rechnen ist.

Ein Problem dabei: Feuer zu löschen, ist ohne Strom nicht so einfach. Die gewohnte Trinkwasserversorgung funktioniert dann nämlich nicht (genauso wenig wie übrigens die Abwasserentsorgung...). Das heißt: Brandherde sind nicht mal eben mit einem Eimer Leitungswasser in den Griff zu bekommen. Die Feuerwehr zu rufen könnte auch schwierig werden, da zumindest bei einem anhaltenden Ausfall weder schnurlose Telefone, noch Handys geladen werden können. Genauso wie etwa Laptops funktionieren sie nur so lange der Akku hält – und das Netz stabil ist.

Wer trotz allem einen Notruf absetzen kann, ist allerdings auch nicht auf der sicheren Seite, denn wer weiß, ob Feuerwehr und Krankenwagen noch ausreichend Sprit haben, um zu kommen. Benzin und Diesel bleiben ohne strombetriebene Pumpen nämlich in den meist unterirdischen Tanks der Tankstellen.

Bleibt in der Not noch das Wasser aus der Trinkwassernotversorgung. Jedem Bürger stehen in so einer Ausnahmesituation 15 Liter Trinkwasser pro Tag zu (Patienten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern bekommen mehr). Diese werden aus Notbrunnen gewonnen – meist entweder mit Pumpen, die mit Notstromaggregaten betrieben werden oder aber mit Handpumpen. Mehr als 5.000 dieser Trinkwassernotbrunnen gibt es bundesweit. Den schlimmsten Durst löschen oder Zähneputzen sollten bei einem Blackout also weiterhin klappen, Duschen, Kleiderwaschen oder aber Brände löschen ist mit so wenig Wasser dagegen eher schwierig.

Viele Menschen wird es somit in Supermärkte ziehen, um dort Vorräte zu besorgen. Da Kartenzahlung ohne Strom unmöglich ist, brauchen sie dafür allerdings Bargeld. Bis zu eine Woche lang etwa bekommen sie das wohl noch bei ihrer Bank. Danach müssen vermutlich selbst große Filialen schließen, da ja keine Transporter mehr fahren können und somit der Nachschub ausbleibt. Die Frage ist eh, was überhaupt noch eingekauft werden kann. Ohne Heiz- und Kühlanlagen verderben viele Lebensmittel schnell. Außerdem sind die meisten Lager computergesteuert, was die Organisation von neuer Ware erschwert.

Ohne Strom versagt größtenteils auch die Versorgung von Pflanzen und Tieren in Zuchtbetrieben: die Wasserzufuhr stoppt, Förderbänder für Futter laufen nicht, Heiz- und Kühlsysteme sowie Melkanlagen stehen still – um nur einige Beispiele zu nennen. Sowohl Obst und Gemüse also auch Hühner, Schweine oder Rinder gehen bei einem Blackout somit irgendwann zu Grunde.

Wohl am dramatischsten ist ein lang anhaltender Stromausfall ausgerechnet für einen Teil der Stromversorger selbst: nämlich für Kernkraftwerke. Um ihre Brennstäbe zu kühlen, muss die Notstromversorgung laufen. Doch die dafür nötigen Generatoren können im Dauerbetrieb auch schnell mal kaputt gehen oder aber die Spritreserve reicht nicht aus. Die Folgen wären katastrophal. Bleibt also zu hoffen, dass es soweit nie kommen wird.