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SENDETERMIN Do, 29.11.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Comic: Chemie der Gefühle? Was lösen Gefühle im Körper aus?

Je öfter wir dieselben negativen Verhaltensweisen aktivieren, desto schneller sorgt die "Chemie der Gefühle" für ein echtes Feuerwerk in uns. Doch wir können gegensteuern.

Sind Gefühle wirklich harmlos?

"Ach - nur so ein Gefühl", denken wir, wenn wir innerlich mal wieder hochkochen. Doch Gefühle verursachen biochemische Reaktionen, die auf Dauer für die Gesundheit relevant sind. Die Geschichte von Anna und Paul macht’s deutlich:

Eine Autofahrt mit Folgen

Anna und Paul sind auf dem Heimweg. Paul ist sauer. Er hatte Ärger in der Firma. Anna fühlt sich dagegen wach und entspannt.
Ihr parasympathisches Nervensystem ist hauptsächlich aktiv. Es hält das innere Gleichgewicht aufrecht und sorgt für Zufriedenheit. Unterstützt von verschiedenen Hormonen und Botenstoffen, die den Körper fluten und für Entspannung sorgen. Zum Beispiel Noradrenalin, das in der Nebenniere gebildet wird. Hinzu kommt der Wohlfühlbotenstoff Serotonin, der u.a. im Zentralnervensystem und im Darmnervensystem vor kommt.

Ein Schreckmoment ändert alles

Plötzlich schneidet ein fetter SUV den Kleinwagen von Anna und Paul. Anna weicht geschickt aus. Und auch Paul, der ja schon genervt ist, reagiert sofort: 1Sein sympathisches Nervensystem, Steuerungszentrale für Aktivität und Leistung, wird aktiv. Jetzt schlägt das Angstzentrum im Hirn, die Amygdala, ALARM. Über den Hypothalamus geht ad hoc ein Aufruf an Hirnstamm und Nebenniere. "Adrenallin und Cortisol ausschütten!" Signale an Herz und Lungen steigern die Sauerstoffversorgung in den Muskeln. Binnen Sekunden ist er reaktions- und sogar kampfbereit.

Pauls "Fass" läuft über

Jetzt läuft noch jemand über die Straße und Anna muss bremsen. Paul ist schon so geladen, dass er den Fußgänger anschreit. Noch mehr Stresshormone werden in seinen Kreislauf gepumpt. Ein Teufelskreis. Denn je mehr die Amygdala stimuliert wird, desto mehr Cortisol wird ausgeschüttet. Paul sieht rot! "IDIOOOTEN!!!"

Hippocampus ausgeschaltet

Normalerweise würde der Hippocampus die Amygdala beruhigen. Doch durch die bichemische Angst-Wut-Kaskade wird er komplett blockiert. Auch die Produktion von Serotonin, dem Wohlfühl-Botenstoff wird eingestellt. Paul kann sich nicht beruhigen.

Pauls Feuerwerk ist stärker

Auch Anna hat sich erschreckt. Doch obwohl beide dasselbe erlebt haben, ist sie schnell wieder entspannt.
Wie stark das innere Feuerwerk uns beherrscht, hängt davon ab, wie oft es gezündet wird. Je häufiger die Alarmkaskade durch Stress oder negative Gefühle aktiviert wird, desto schneller wird sie aktiv.

In die Ferne schauen bringt Entspannung

Anna hat dagegen gelernt, wie man schnell wieder runterkommt. Tief ausatmen stimuliert das beruhigende parasympathische Nervensystem ebenso wie weit in die Ferne schauen. Weil Paul heute nicht fahren muss, kann er gleich damit anfangen.