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SENDETERMIN Do, 19.2.2015 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Stress Warum Stress krank macht

Stress versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Auch wenn wir uns nur in Gedanken stressen. Das kann krank machen.

Stress macht abwehrbereit

Eigentlich ist Stress eine nützliche Sache, denn es macht den Körper abwehrbereit gegen äußere Bedrohungen. Über Hunderttausende von Jahren Menschheitsgeschichte waren das zum Beispiel Angriffe von wilden Tieren oder kriegerischen Artgenossen. Als Antwort auf einen solchen Stressimpuls befiehlt das Emotionszentrum im Gehirn dem Körper: Stresshormone produzieren! Ein ganzer Hormoncocktail wird daraufhin von der Nebennierenrinde ausgeschüttet: unter anderem Adrenalin und Cortisol. Als Folge steigen Blutdruck und Puls. Blut strömt in die Muskulatur von Armen und Beinen. Unnötige Energieverbraucher wie die Verdauung werden heruntergefahren, die Schmerzempfindlichkeit herabgesetzt. All das dient einem Ziel: die Bedrohung zu meistern - entweder durch Flucht oder durch Kampf.
War die Herausforderung bewältigt, dann reagierte auch schon vor Urzeiten der Körper mit Entspannung. Eine zentrale Rolle spielt dabei der so genannte Hippocampus im Gehirn. Zum einen ist er daran beteiligt, den weiteren Ausstoß von Stresshormonen zu zügeln, zum anderen spielt er eine zentrale Rolle im Belohnungssystem des Gehirns. Als ein Abbauprodukt in der Entspannungsreaktion entsteht körpereigenes Morphium. Der Mensch fühlt sich wohl und das Belohnungszentrum in seinem Gehirn registriert: alles richtig gemacht!

Dauerstress macht krank

Obwohl sich der moderne Mensch heute in einer ganz anderen Umwelt bewegt als seine Vorfahren sind bei Ihm immer noch die gleichen Stress- und Entspannungsmechanismen am Werk. Stressforscher beobachten mit Sorge, was Zeit- und Leistungsdruck, Angst um den Arbeitsplatz und Reizüberflutung in unserem Körper bewirken. Bei vielen von uns reiht sich Stressreiz an Stressreiz - reale und rein psychische, Ängste und Sorgen über die Zukunft. Mediziner finden deshalb bei vielen Patienten dauerhaft erhöhte Pegel von Stresshormon. Eine Folge: Nervenzellen bilden sich ausgerechnet im Hippocampus zurück, der bei Gesunden ein wichtiger Teil des Entspannungsmechanismus ist. Mediziner finden immer mehr Indizien dafür, dass die eigentlich nützlichen Stresshormone uns krank machen. Sie lösen Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus oder machen sie schlimmer. Cortisol schwächt das Immunsystem, macht uns anfälliger für Krankheiten. Depressionen, Diabetes und Magen-Geschwüre können die Folge sein. Arthritis, Virusinfektionen und sogar die Entstehung von Krebs können begünstigt werden.

Dem Stress entkommen

Deshalb raten Stressforscher, den Teufelskreis aus Stressreizen so früh wie möglich zu unterbrechen. Es gibt dabei unterschiedliche Wege zur Entspannung. Ein gleichsam beliebte und wirksame Art Stresshormone abzubauen, ist Sport. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass durch mäßig intensiven Ausdauersport Stresshormone reduziert werden und sogar neue Nervenzellen im Hippocampus sprießen. Damit knüpft der Mensch an sein evolutionäres Erbe an: Flucht als eine Reaktion auf den Stressreiz. Was unsere Vorfahren unbewusst richtig gemacht haben, müssen wir uns heute geradezu verordnen: Stress und Entspannung gehören zusammen.

aus der Sendung vom

Do, 19.2.2015 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendezeit

Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.