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SENDETERMIN Do, 8.5.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Verkehrszunahme "Verkehrsinfarkt Deutschland"

Das deutsche Verkehrsnetz ist am Anschlag: 1960 lag das durchschnittliche Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen noch bei etwa 10.000 Fahrzeugen pro Tag – heute sind es knapp 50.000, rund fünf Mal so viel.

Marodes Straßennetz

Die Hauptlast des Verkehrs trägt in Deutschland noch immer das Straßennetz, es stemmt fast 90 Prozent des Personenverkehrs und gut 70 Prozent des Güterverkehrs. Aber es steht nicht gut um Deutschlands wertvollstes Kapital. Fachleute beklagen den alarmierenden Verfall der Verkehrs-Infrastruktur. Gut ein Fünftel der Autobahnstrecken braucht dringend Reparatur, bei den Bundesstraßen ist es sogar fast die Hälfte.

Sorgenkinder Autobahnbrücken

Am schlechtesten sieht es bei den Brücken aus: Fast die Hälfte der Autobahnbrücken ist schadhaft, viele sind inzwischen nur noch eingeschränkt befahrbar. Die meisten Brücken wurden in den Aufbaujahren zwischen 1960 und 1985 gebaut. Viele von ihnen genügen nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Zudem wurden die Brücken für ganz andere Verkehrsbelastungen konzipiert und konstruiert.

Verkehrsexplosion auf deutschen Straßen

Zwischen 1950 und 2013 wurden die deutschen Autobahnen von zweitausend auf knapp dreizehntausend Kilometer ausgebaut. Trotzdem ist die Verkehrsbelastung ständig gestiegen. 1960 lag das durchschnittliche Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen noch bei etwa 10.000 Fahrzeugen pro Tag - heute sind es knapp 50.000, rund fünf Mal so viel. Besonders vielbefahrene Abschnitte kommen sogar auf bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Tag!

Drehscheibe Europas

Aber es ist nicht nur die Anzahl, sondern auch das Gewicht der Fahrzeuge, das Brücken und Straßen zu schaffen macht. Seit der Wiedervereinigung und der Osterweiterung Europas ist Deutschland DAS Transitland Europas. Allein zwischen 1978 und 2007 stieg der Gütertransport auf den Straßen von 74 auf 448 Milliarden Tonnen Kilometer, eine Steigerung um das Sechsfache. Und laut Prognosen wird sich diese Zahl bis 2050 noch mal verdoppeln.

Mangelnde Investitionen

Dass Straßen und Brücken in die Knie zu gehen drohen, hat einen weiteren Grund: Nach der Wiedervereinigung wurde das Geld in den Aufbau des Ostens gesteckt - die Infrastruktur des Westens blieb auf der Strecke, viel zu wenig wurde in die Erhaltung der Substanz investiert. Das rächt sich jetzt: Um das Verkehrsnetz wieder auf Vordermann zu bringen, sind laut Experten in den nächsten 15 Jahren sechs bis sieben Milliarden Euro pro Jahr fällig - zusätzlich zu den ohnehin geplanten Ausgaben.

aus der Sendung vom

Do, 8.5.2014 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendezeit

Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.