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SENDETERMIN Do, 15.11.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Unfallort Haushalt Vorsicht Sturzrisiko!

Der erste bringt dich ins Krankenhaus, der zweite ins Grab, heißt es. Stürze sind für Ältere oft lebensgefährlich. Mit gezieltem Training lässt sich das Sturzrisiko verringern.

Jetzt ist sie 92 Jahre alt. Noch bis Ende 2015 lebte die Lehrerin Irmgard Rittwagen selbständig in ihrer eigenen Wohnung. Ende Dezember 2015 war sie zum ersten Mal über eine Teppichkante gestürzt. Danach hatte sie Angst, ein zweites Mal zu stürzen.

So fragte sie bei einem örtlichen Altenheim an, ob sie bald hier einziehen könnte. Zum Glück. Am 2. Januar 2016 setzte sie sich auf den Badewannenrand und stürzt rückwärts hinein. Über 12 Stunden ist sie darin gefangen. Rettung kam erst am nächsten Mittag von Saskia Blachut vom örtlichen Altenheim, die ihrem Gefühl folgte und nachschaute, ob bei Frau Rittwagen alles in Ordnung sei.

Eine jüngere und eine ältere Frau sitzen nebeneinander.

Saskia Blachut war die Retterin in letzter Not für Irmgard Rittwagen


Ohne Hilfe von außen wäre Frau Rittwagen wohl in ihrer Badewanne gestorben. So erlitt sie „nur“ drei gebrochene Rippen. Seither lebt sie im Altenheim.

Stürze, Brüche, Lebensgefahr – muss das sein?

Über 100.000 Fälle pro Jahr gibt allein bei Brüchen des Oberschenkelhals: die meisten bei Älteren. Vielfach die Ursache: Stürze. Zwar repräsentieren schonende Operationsmethoden und passgenaue Hüftgelenk-Prothesen den Fortschritt auf diesem Gebiet. Doch gerade ältere Patienten haben oftmals Vorerkrankungen in Herz-Kreislaufbereich, die jeden Eingriff zum Risiko machen. Besser wäre es also, Stürze und Operationen zu verhindern.

Balancetraining für die Sturzprävention

Das Team von Clemens Becker an der Klinik für geriatrische Rehabilitation der Robert-Bosch-Klinik Stuttgart trainiert mit älteren Patienten das Stolpern auf einem speziellen Laufband, welches die Probanden zum Ausfallschritt zwingt. Armschwung, Schrittlänge und Reaktionszeit zeigen dem Ärzteteam an, welches weitere Training angewandt werden muss.

Ein Mann hängt an einem Gurt und läuft dabei auf einem Laufband.

Sturztraining auf dem Stolperlaufband

Training nach dem Sturz: Programm trittsicher

Doch selbst nach einem Sturz können weitere verhindert werden. Den Betroffenen wird mit einem gezielten Training die Angst genommen, die Gangsicherheit zurückgegeben. Dabei gehe es um die Form der Bewegung. Alleine Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen reichten nicht, um seine Balance zu verbessern.