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Zehn Jahre "Ökomonitoring Baden-Württemberg" Wie gut ist Bio?

Sind Bio-Lebensmittel wirklich besser oder einfach nur teurer? Seit zehn Jahren prüft das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium mit einem europaweit einzigartigen Monitoring-Programm Bio-Lebensmittel. Das Ergebnis ist eindeutig.

Bio-Lebensmittel dürfen sich zu recht mit dem BIO-Zeichen brüsten. Das verkündete der württembergische Verbraucherschutzminister Alexander Bonde, als er nun die Bilanz von zehn Jahre Öko-Monitoring vorstellte. Die Qualität von etwa Obst, Gemüse, Wein und Kaffee in Bioqualität sind demnach topp, besonders wenn sie aus Deutschland stammen. Von über 1.100 deutschen Bio-Lebensmitteln beanstandeten die Überwachungsämter nur etwas mehr als 20 Produkte. Die meisten dieser Lebensmittel enthielten dabei lediglich winzige Spuren von Spritzgiften.

Die meisten Mängel werden durch Leichtsinn verursacht

Das Land Baden-Württemberg führt seit dem Jahr 2002 ein spezielles Programm zur Überwachung ökologisch erzeugter Lebensmittel durch. Das europaweit einzigartige Ökomonitoring-Programm überwacht Lebensmittel aus ökologischem Anbau systematisch auf chemische Rückstände, Strahlung sowie auf die Verarbeitung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Ziel des Monitorings ist es, Verbrauchertäuschungen besser zu erkennen und die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken.

Diese Spritzgift-Rückstände gelangten vermutlich unabsichtlich auf das Obst und Gemüse, indem die Produkte etwa auf dem gleichen Förderband transportiert wurden, auf dem zuvor noch konventionelles Grünzeug befördert wurde. Die Zahl der ernsthaften Beanstandungen bei deutscher Bioware ist demnach nochmals niedriger, als die Anzahl der gesamten Beanstandungen. Zumal die Behörden hauptsächlich solche Lebensmittel überprüfen, mit denen es schon mal Probleme gab oder bei denen Probleme möglich sind. Damit liegt der Anteil einwandfreier Bioware aus Deutschland bei über 98 Prozent.

Bioware aus dem Ausland mit mehr Mängeln

Das ist das Ergebnis von zehn Jahren Ökomonitoring in Baden-Württemberg. Der Überwachungsplan hat aber auch gezeigt, dass Bio-Ware aus Italien, Griechenland und Ägypten weitaus häufiger mit Spritzgiften, Schimmelpilzen oder

Bio-Produkte auf dem Markt

Bio-Produkte auf dem Markt

anderen Rückständen belastet ist - fast zehn Prozent der Proben. Das Ökomonitoring des Landes Baden-Württemberg hat gezeigt, dass eine regelmäßige Überwachung hilft, die Qualität der Lebensmittel zu verbessern. Denn die Gesamtzahl der Beanstandungen ist im Laufe der vergangenen zehn Jahre deutlich zurückgegangen. Anfangs entsprachen noch fast zehn Prozent der Bioware nicht den entsprechenden Bio-Richtlinien. Inzwischen gibt es dagegen nur noch bei rund einem Prozent der Lebensmittel etwas zu mäkeln.

Die Qualität der Untersuchungen wird besser

Mitarbeiter des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Karlsruhe misst an einem Tunfischfilet das Kohlenmonoxid in der Verpackungsatmosphäre

Mitarbeiterin des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Karlsruhe

Der Umfang und der Untersuchungen ist beständig erweitert worden. Zu Beginn der Überwachung überprüften die Labore bei Obst und Gemüse beispielsweise rund 200 Einzelstoffe aus Spritzgiften; inzwischen wird die Ware auf über 600 Stoffe untersucht. Auch das Spektrum der Lebensmittel ist ständig erweitert worden. Zwar bilden Obst und Gemüse nach wie vor den Schwerpunkt der Überwachung. Aber auch Öle, Eier, Brot, Honig, Säuglingsnahrung und Fertiggerichte werden unter die Lupe genommen. Seit drei Jahren werden sogar Naturkosmetik-Produkte untersucht.

Auch konventionelle Lebensmittel werden regelmäßig kontrolliert. Und auch hier zeigt sich, dass immer weniger Lebensmittel beanstandet werden müssen.

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