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Umstrittene Studie zu Genmanipulation Mit Genmais gefütterte Ratten sterben früher

Französische Forscher fütterten zwei Jahre lang Ratten mit gewöhnlichem bzw. genmanipuliertem Mais. Das Ergebnis: Die Tiere, die den gentechnisch verändertem Mais fraßen, starben jünger und erkrankten deutlich häufiger an Krebs. Laut den Wissenschaftlern seien die Ergebnisse "alarmierend".

Protestaktion von Greenpeace gegen Genmais

Protestaktion von Greenpeace gegen Genmais

Für die Untersuchung wurden 200 Ratten zwei Jahre lang beobachtet. Die Tiere wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die ersten beiden Gruppen bekamen je eine Sorte Genmais, das letzte Drittel wurde mit herkömmlichen Mais gefüttert. Insgesamt machte der Mais etwa elf Prozent des gesamten Futters aus, was in etwa den Ernährungsgewohnheiten eines US-Bürgers entspricht.

"Ergebnisse sind alarmierend"

Maus und Mais

Erhöht genmanipulierter Mais das Krebsrisiko?

Das Ergebnis: Die Tiere, die mit Genmais gefüttert wurden, bekamen sehr viel häufiger Krebs und wurden deshalb meistens nicht alt. Nach knapp anderthalb Jahren waren in den Genmais-Gruppen fünf Mal mehr Tiere gestorben als in der Vergleichsgruppe. Die meisten Weibchen erkrankten der Studie zufolge an Brustkrebs, die Männchen häufig an Haut- oder Nierentumoren. Diese Ergebnisse seien alarmierend, sagte Gilles-Eric Seralini von der Universität Caen. Diese Studie ist nach seinen Angaben die erste, die die Auswirkungen von Genmais in der Nahrung über einen so langen Zeitraum beobachtet.

Erste Reaktionen auf die Studie

Laut einem Sprecher der EU-Kommission, wird die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Ergebnisse der neuen Studie prüfen und möglicherweise Konsequenzen ziehen, sollte das erforderlich sein.

Experten, die nicht an der Studie beteiligt waren, sind hinsichtlich der Methoden, die in der Studie verwendet wurden, skeptisch. Tom Sanders, Leiter der Forschungsabteilung für Ernährungswissenschaften am King's College in London, kritisierte, dass Seralini's Team keine Daten zur Nahrungsmenge und den Wachstumsraten der Tiere abgegeben hätte. Denn der Rattentyp, der in der Studie verwendet worden ist, neige generell dazu, an Krebs zu erkranken, wenn er viel Futter bekommt. "Die Methoden sind sehr unkonventionell. Es scheint fast so, als hätten sich die Autoren auf einen 'statistischen Angelausflug' begeben", so Sanders.

Derzeit ist es in der Europäischen Union erlaubt, den Genmais "MON810" von Monsanto und die Kartoffel "Amflora" des deutschen Unternehmens BASF anzubauen. Zudem ist die Verarbeitung von Genpflanzen in Futter- und Lebensmitteln erlaubt.