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SENDETERMIN Do, 21.9.2017 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Anti-Aging Stammzellen gegen Falten

Junges Aussehen ist für viele Menschen wichtig. Eine Behandlung mit Stammzellen soll das Erscheinungsbild der Haut verbessern. Doch die Methode ist noch weitgehend unerforscht.

Junge und alte Frau (Bildmontage)

Wunderwaffe: pflanzliche Stammzellen

In der Kosmetikindustrie existieren etliche Anti-Aging-Methoden. Darunter auch eine als Wunderwaffe gehandelte Behandlung: Stammzellen aus Äpfeln, Rosenblüten und dergleichen. Die Hoffnung der Hersteller: Was den Apfel knackig macht, kann für die Haut nicht schlecht sein.
Wie der menschliche Körper diese pflanzlichen Stammzellen allerdings aufnimmt und ob er sie als Stammzellen erkennt, ist laut Dr. Martina Kerscher noch unklar. Die Kosmetikwissenschaftlerin von der Universität Hamburg gibt zu bedenken, dass lediglich ein Effekt durch Vitamine und Peptide aus den Pflanzenextrakten auftreten könnte, die "wir ohnehin kennen und die eine entsprechende Wirkung haben".

Behandlung mit körpereigenen Stammzellen

Trotz der unbekannten Wirkung pflanzlicher Stammzellen, gibt es bereits weitere Stammzell-Anwendungen: Anti-Faltenangebote mit körpereigenen Stammzellen. Auch hier geben die Anbieter zu, dass diese Methode noch nicht vollständig erforscht ist - durchgeführt wird sie jedoch bereits, wie von Dr. Michael Krüger. Der ästhetisch-plastische Chirurg gewinnt aus Körperfett seiner Patienten, beispielsweise aus einer Fettabsaugung, sogenannte adulte Stammzellen und spritzt diese dann zurück in den Patienten. Er hält das Verfahren für "völlig unbedenklich".

Verjüngung ohne Risiko?

Wissenschaftler diskutieren allerdings die Risiken. Prof. Klaus Cichutek vom Paul Ehrlich Institut, das unter anderem den therapeutischen Einsatz von Stammzellen untersucht, warnt vor möglichen Nebenwirkungen: Es könne ein Tumor oder eine unerwünschte Knochenbildung entstehen.
Um Patienten vor diesem Risiko zu schützen, müssen in Deutschland strenge Vorschriften von Ärzten und Forschern eingehalten werden.
Auch aus ethischen Gründen wurden Gesetze erlassen. Vor allem embryonale Stammzellen sind durch besondere Gesetze geschützt. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise der Ukraine, in der embryonale Stammzellen aus Abtreibungsmaterial für kosmetische Zwecke benutzt werden, dürfen in Deutschland für Therapien keinerlei embryonale Stammzellen verwendet werden.

Forscher fordern Grundlagenforschung

Innerhalb dieser gesetzlichen Grenzen erforschen Wissenschaftler in der Ethianum-Klinik in Heidelberg wie Stammzellen überhaupt funktionieren. Dabei soll geklärt werden, was mit den ihnen im Körper passiert, bevor Menschen damit behandelt werden. "Wir hoffen zumindest, dass wir in ein paar Jahren Stammzellen so verwenden können, dass sie die Haut etwas verjüngen", erklärt Dr. Eva Köllensperger. Um so weit zu kommen, müsse aber noch einiges an wissenschaftlicher Arbeit durchgeführt werden, so die Leiterin der Forschungsabteilung.
Entscheidet sich ein Patient also für eine kosmetische Behandlung mit Stammzellen, muss er das Risiko letztlich selbst tragen und zahlt für seine Schönheit einen unbekannten Preis.

aus der Sendung vom

Do, 21.9.2017 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.