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SENDETERMIN Do, 28.8.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag SWR odysso Wie sinnvoll sind Rauchmelder?

In vielen Bundesländern sind sie bereits Pflicht, doch wie sinnvoll sind eigentlich Rauchmelder? Dieser Frage geht Wissenschaftsjournalist Axel Wagner nach.

Rauchmelder sind in Rheinland-Pfalz schon länger gesetzlich vorgeschrieben, in Baden-Württemberg sind sie erst seit kurzem Pflicht. Doch wie sinnvoll sind eigentlich Rauchmelder? Was kann er wirklich leisten wenn es darauf ankommt?
Wissenschaftsjournalist Axel Wagner möchte das herausfinden und begibt sich in das Brandübungshaus der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Hier proben Einsatzkräfte den Ernstfall - zum Beispiel einen klassischen Wohnungsbrand inklusive der typischen Rauchentwicklung.

Axel Wagner hält einen Rauchmelder

Statistiken zeigen, dass 95 Prozent der Todesopfer bei Bränden - das sind zwischen 300 und 400 Opfern pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland - an Rauchgasen sterben, und nicht durch direkte Einwirkung des Feuers. "Die Erfahrung sagt, auch bei meiner Tätigkeit bei der Feuerwehr, dass durchaus immer wieder Situationen da sind, bei denen Menschen aufgrund des Rauchmelder-Alarms geweckt wurden", erklärt Thomas Egelhaaf, Schulleiter der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Diese Menschen konnten so das Gebäude verlassen, die Feuerwehr alarmieren und die Maßnahmen der Feuerwehr konnten sich darauf beschränken, den Sachschaden zu reduzieren.

Im Brandübungshaus der Landesfeuerwehrschule wird kein echter Rauch eingesetzt, für die Übungen wird Disco-Nebel verwendet. "Bei echtem Rauch könnten wir hier in keinster Weise durchgehen", sagt Thomas Egelhaaf, "das wäre viel zu gefährlich". Für die Ausbildung wird eine sichere Übungsatmosphäre und Übungsumgebung gebraucht. "Wenn wir Rauchgasmengen hätten, wie wir sie hier durch den Disco-Nebel dargestellt haben", so Egelhaaf, "dann wären wenige Atemzüge bereits tödlich."

Wie funktionieren Rauchmelder?

Rauchmelder

Rauchmelder sind mit einer Fotozelle ausgerüstet, die die Rauchmenge optisch misst. Wird der Rauch vor der Zelle zu dicht, schlägt er Alarm. Doch wo bringt man diese am Besten in der Wohnung an? "Ganz wichtig ist, die Rauchmelder an Decken und am höchsten Punkt anzubringen", erklärt Thomas Egelhaaf, "es gibt leider immer wieder Fäll, wo Warnmelder auch an Wänden angebracht werden oder in der Schublade liegen - und da können sie natürlich nicht funktionieren und nicht rechtzeitig alarmieren." Man sollte auf jeden Fall alle Zimmer in denen geschlafen wird, wie Schlafzimmer, Kinderzimmer und Gästezimmer mit Rauchmeldern ausstatten, und darüber hinaus den Weg ins Freie absichern.

Sinnvoll werden Rauchmelder also erst durch richtige Montage und Auswahl der Zimmer. "Speziell bei Kindern besteht das große Problem, dass die hohen Frequenzen, die da als Warnton abgegeben werden, vielleicht gar nicht gehört werden", sagt Thomas Egelhaaf, " ähnlich wie bei älteren Menschen auch". Es gibt jedoch die technische Möglichkeit, Rauchmelder miteinander zu vernetzen. Das heißt: wenn ein Gerät Alarm meldet schlagen alle Rauchmelder im Verbund Alarm.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Doch es gibt auch Räume für die Rauchmelder wenig geeignet sind. Denn sie zeigen eben "nur" Rauch an. In Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmern ist das sinnvoll - aber in der Küche, wo Rauch durch Kochen und Braten entstehen kann, macht ihr Einsatz wenig Sinn. Hier würde eher der Einsatz eines Wärmemelders helfen, der die durch einen Brand ausgelösten hohen Temperaturen registriert. Für Räume mit offenen Feuerstellen sind Kohlenstoffmonoxid-Melder eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

Wärme-Melder und Kohlenstoffmonoxid-Melder sind ein zusätzlicher Schutz, das Mittel der Wahl sind optische Rauchmelder - wenn sie richtig eingesetzt werden. Denn wenn es wirklich brennt, hat man häufig keine zweite Chance.

aus der Sendung vom

Do, 28.8.2014 | 22:00 Uhr

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