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SENDETERMIN Do, 16.10.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Gesundheit Lebensmittelvergiftungen

Verdorbene Lebensmittel machen krank. Ursache sind häufig Bakterien, die sich bei schlechten Lagerungsbedingungen rasend schnell vermehren.

Fleisch ist von Bakterien umgeben

Irgendwas war schlecht

19.6.2000: Ein Sprecher des Wehrbereichs Küste gibt bekannt, dass die vergangene Woche an Erbrechen und Durchfall erkrankten Soldaten wieder genesen seien. Erste Laboruntersuchungen weisen auf eine Lebensmittelvergiftung als Ursache hin.

28.06.2010: 16 Schüler einer Gesamtschule im Hamburger Stadtteil Blankenese müssen medizinisch versorgt werden. Die Schüler haben eine Kartoffelsuppe gekocht. Nach dem Essen klagen sie über Bauchschmerzen und Übelkeit.

9.10.2013: 15 Werft-Arbeiter werden mit dem Verdacht auf Lebensmittelvergiftung vorübergehend in Krankenhäusern behandelt. Die Beschäftigten mussten sich übergeben nachdem sie auf dem Werftgelände selbst gemachte Frikadellen gegessen haben, die einer der Männer mitgebracht hatte.

Egal, ob privat, in Kasernen oder Schulen: Fälle von Lebensmittelvergiftungen werden erst publik, wenn mehrere Menschen gleichzeitig betroffen sind.
Insgesamt 130.000 bis 180.000 Durchfallerkrankungen, an denen vergammelte Lebensmittel Schuld waren, werden jährlich in Deutschland registriert. Die Dunkelziffer ist extrem hoch. Denn wer geht schon bei Durchfall oder Übelkeit gleich zum Arzt. So wird die tatsächliche Zahl der Infektionen auf über eine Million pro Jahr geschätzt.

Gefürchtet Salmonellen

Drei Nachrichten: Über 270 Menschen in Deutschland und Dänemark sollen nach dem Genuss von Schokolade an Salmonellen erkrankt sein. - Das Klinikum in Fulda bekommt die Salmonellenerkrankung nicht in den Griff. - Die Salmonelleninfektion an der Universitätsklinik Tübingen sind durch Bakterien verseuchten Schokoladenpudding verursacht worden.

Eine Frau fühlt sich unwohl, sitzt im Bad

Schwerer Brechdurchfall durch Salmonellen: Für ältere Menschen lebensgefährlich

Weder Schokolade noch Krankhäuser sind die eigentliche Heimat von Salmonellen - einer Bakterienart, die besonders schweren Brechdurchfall auslösen kann. Salmonellen breiten sich gerne in Eiern, Geflügel oder Frischfleisch aus. Sie stammen aus dem Darm der geschlachteten Tiere. Lässt man die verseuchten Lebensmittel zu lange bei Raumtemperatur stehen vermehren sich die Salmonellen rasend schnell. Vor allem für alte Menschen sind die Infektionen lebensgefährlich. Gesunde Erwachsene kommen in der Regel mit ein paar Tagen Krankheit davon.

Die EHEC-Epedemie 2011

Am 9. November 2011 meldet RP-aktuell: im Klinikum Karlsruhe wird der erste schwere EHEC-Fall aus Rheinland-Pfalz behandelt. Der Erreger hat bei der Pfälzerin das gefährliche HUS Syndrom ausgelöst. Es kann zu Nierenversagen führen und Lebensbedrohlich sein.

Die EHEC-Epedemie 2011. Ein bis dahin unbekannter Stamm des Darmbakteriums Escherichia coli erzeugt schweren Brechdurchfall und Nierenversagen, das so genannte HUS-Syndrom. Fast 4.000 Menschen erkranken; 53 sterben.
Woher kam der Keim? In den Labors bundesweit suchen Mikrobiologen fieberhaft nach den teuflischen EHEC-Keimen und versuchen deren Herkunft zu ergründen. Zuerst haben sie Gurken und Salat im Verdacht. Dann sind es Sojasprossen. Der EHEC-Keim soll über den Dung auf die Frischkost gelangt sein.

Resistente Keime

Genf, 30. April 2014: Der Kampf gegen Krankheitskeime ist ein Top Thema bei der diesjährigen Weltgesundheitsversammlung in Genf. Um das Problem der Multiresistenzen zu entschärfen fordert Deutschland einen globalen Aktionsplan.

Die angesprochenen Resistenzen werden durch die Massentierhaltung gefördert. Schließlich müssen die eng zusammen gepferchten Tiere mittels Antibiotika vor Infektionskrankheiten geschützt werden, sonst gibt es keinen Ertrag. Der Haken dabei: nicht alle Bakterien werden durch die Antibiotika vernichtet. Die, die überleben, vermehren sich und geben ihre Resistenzen an die folgenden Generationen weiter. Infiziert man sich mit solchen Bakterien, gibt es keine wirksame Medizin.