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SENDETERMIN Do, 16.11.2017 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Jede Menge Plastik Kunststoff in Zahlen

Kunststoffe sind im Alltag selbstverständlich. Kaum ein Gebrauchsgegenstand kommt ohne Plastik aus. Dazu kommen Wegwerfartikel und Verpackungen. Erstaunliche Zahlen über die Deutschen und ihr Plastik.

Wirtschaftskraft Kunststoff

Etwa sechs Prozent der wirtschaftlichen Gesamtleistung Deutschlands gehen auf die Kappe der Kunststoffproduktion und -verarbeitung. Laut Plastics Europe verdienen etwa 49.500 Menschen in Deutschland ihr Geld bei Kunststoffherstellern. Zusammen mit den Kollegen des Kunststoffverarbeitenden Gewerbes sind es laut dem Branchenverband „Plastic Europe“ sogar 393.000 Menschen, die ihren Job dem Kunststoff verdanken. Kunststoff ist ein lohnendes Gewerbe. Knapp 18 Millionen Tonnen produzieren deutsche Unternehmen jährlich und machen damit etwa 25 Milliarden Euro Umsatz (Stand 2015, Quelle: Plastics Europe). Nach Export und Weiterverarbeitung bleiben immer noch etwa 10 Millionen Tonnen Kunststoff im Land. Damit ist Deutschland Europameister.

Kunststoff ist überall

Ein modernes Auto besteht etwa zu einem Drittel aus Kunststoff. Das ist gut, denn Kunststoff ist leichter als Metall. Allerdings: Die Autos werden trotzdem immer schwerer. Ein Kompaktwagen wie der VW Golf brachte vor 30 Jahren gerade mal 800 Kilogramm auf die Waage. Heute wiegt ein vergleichbares Modell gut 1.200 Kilogramm. Grund dafür ist, dass die Autos immer größer, leistungsstärker und komfortabler werden. Im ganzen Haushalt befinden sich Geräte und Gebrauchsgegenstände die entweder ganz oder teilweise aus Kunststoff sind. Sei es das Mobiltelefon, der Kühlschrank, das Sofa.

Schnell auf den Müll

Jedes Jahr verbraucht der durchschnittliche Bundesbürger gut 130 Kilogramm „Plaste und Elaste“! Mehr als die Hälfte davon landet schnell wieder auf den Müll. Mal sind es Gebrauchsgegenstände, die ihren Geist aufgegeben haben. Mal sind es sind Verbrauchsgegenstände wie ein Lippenstift oder das Einweggeschirr der letzten Party. Doch das ist nur die eine Hälfte vom Plastikmüll. Die andere Hälfte sind Verpackungen. 37 Kilogramm kaufen deutsche Bürger jährlich in Supermärkten und Fachgeschäften. So kommen mehr als 3 Millionen Tonnen Plastikverpackungsmüll zusammen. Gemeinsam mit den anderen nutzlos gewordenen Kunststoffen und dem Abfall aus der Kunststoffproduktion macht das jedes Jahr 6 Millionen Tonnen Kunststoffmüll. Die müssen beseitigt werden.

Recycling und Wiederverwertung

Etwa ein Viertel des weggeworfenen Kunststoffs wird wiederverwertet. Allerdings ist dafür nur sortenreiner Kunststoffmüll geeignet. Und den gibt es vor allem bei den besonders gekennzeichneten Verpackungen – Grüner Punkt. Sortenreiner Kunststoff ist ein begehrtes Handelsgut und wird zur Weiterverarbeitung um die ganze Welt transportiert. So werden beispielsweise aus Einkaufstüten schicke Fleecepullis aus China. Kaputte Gebrauchsgegenstände wie etwa ein Föhn oder ein Staubsauger sind in der Regel nicht fürs Recycling geeignet. Niemand weiß, welche Inhaltsstoffe deren Kunststoff hat. Also werden sie auseinandergenommen und das Plastikgehäuse landet in der Abfallverbrennung. So ist es bei fast allen überflüssig gewordenen Gebrauchsgegenständen. Dazu kommen dann noch 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsplastik, das sich nicht wiederverwerten lassen. Macht 3 Millionen Tonnen Kunststoff, die jährlich in Deutschland verbrannt werden. Thermisches Recycling heißt das, da die Müllverbrennungsanlagen aus dem Müll Energie erzeugen.

Wo bleibt der Rest?

Etwa zehn Millionen Tonnen Kunststoffe werden jährlich in Deutschland verbraucht. Sechs Millionen Tonnen davon landen im Abfall. Bleiben vier Millionen Tonnen übrig. Durch den Export von hochwertigen Gütern wie etwa Autos gehen geschätzt etwa eine Million Tonnen Kunststoff ins Ausland. Bleiben immer noch drei Millionen Tonnen, die sich jährlich irgendwo ein Deutschland ansammeln. Etwa zwei Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet die Bauindustrie. Diese Bauprodukte haben eine lange Lebensdauer: 20 bis 80 Jahre. Dann müssen auch sie entsorgt werden. Bleibt immer noch ein Rest von gut einer Million Tonnen Kunststoff, von dem niemand so recht weiß, wo der landet. Ein Posten könnten Altautos sein, die exportiert werden. Oder Gebrauchsgegenstände, die sich in den Kellern ansammeln.

(Quelle: Consultic-Studie: Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland 2015)

aus der Sendung vom

Do, 16.11.2017 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.