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SENDETERMIN Do, 4.7.2019 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Landwirtschaft und Klimawandel So werden Pflanzen per Hightech klimaresistenter

Wegen des Klimawandels müssen landwirtschaftliche Pflanzen widerstandsfähiger werden. Das Forschungszentrum Jülich analysiert Weizen, Mais oder Zuckerrüben per Hightech-Forschung, wie sie auf Wetterextreme reagieren.

Im Hightech-Park am Institut für Pflanzenwissenschaften des Forschungszentrums Jülich werden landwirtschaftliche Pflanzen künstlich unter "Wetterstress" gesetzt und dabei genau unter die Lupe genommen. Mit einem speziellen MRT für Pflanzen scannen die Wissenschaftler unter anderem die Veränderungen beim Wurzelwachstum – zum Beispiel wie sich sengende Hitze darauf auswirkt. Was passiert, wenn die Wurzeln permanent zu wenig Wasser haben? Die Ergebnisse werden in einer umfangreichen Datenbank zusammengetragen. Ziel ist, dass die Landwirtschaft weiter funktioniert, trotz Klimawandel.

Versuchspflanzen

Wie gehen Pflanzen mit Umwelteinflüssen um? Das wird in Jülich mit modernster Technik untersucht.

Pflanzen erhalten Barcode

Dank radiologischer Geräte ist es möglich, landwirtschaftliche Gewächse zu durchleuchten, ohne sie zu zerstören. So kann die Pflanze auch während des Wachstums immer wieder bis in die kleinsten Strukturen analysiert werden. Rötliche Farbtöne zeigen zum Beispiel stärkeres Wurzelwachstum trotz Hitze. Alle Informationen zur Pflanze werden unter einem Barcode gespeichert. Darunter finden sich Informationen zum Samen, zur jeweiligen Behandlung und der darauffolgenden Reaktion. So sollen optimale Voraussetzungen für Züchter geschaffen werden.

Pflanzenwurzeln (MRT-Aufnahme)

Mit moderner Technik lassen sich verschiedene klimatische Einflüsse auf das Wachstum von Pflanzen genau untersuchen.

Mit Spezialkameras den Wassermangel früh erkennen

Die Jülicher Forscher haben zudem Techniken entwickelt, mit denen sie sehr früh herausfinden können, wie es einer Pflanze geht. Das ist fürs menschliche Auge oft lange nicht erkennbar. Bei Wassermangel schließen Pflanzen zum Beispiel kleine Spaltöffnungen auf ihren Blättern, mit dem Ziel, dass sich die Verdunstung verringert. Das bedeutet, dass die Photosynthese abnimmt. Die Folge: Die Pflanze wächst weniger. Über spezielle Kameras können die Forscher den Stand der Photosynthese genau erkennen, auch wenn die Blätter noch nicht herabhängen. In Zukunft sollen diese Kameras per Drohnen den Zustand ganzer Felder abscannen. So können Bewässerungsanlagen bei Trockenheit rechtzeitig und gezielter eingesetzt werden.

Pflanzenforscher Robert Koller

Wie reagieren Pflanzen auf verschiedene klimatische Einflüsse. Das untersucht derzeit auch der Jülischer Pflanzenforscher Robert Koller.

Pflanzen sind für den Klimawandel gewappnet

Der Pflanzenforscher Robert Koller ist zuversichtlich: Die Landwirtschaft steht zwar vor massiven Herausforderungen, aber die Pflanzen sind unglaublich flexibel in ihren Antworten auf die Umwelt. Sie bieten uns eine große Anzahl an Möglichkeiten, uns auf die Zukunft vorzubereiten.