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SENDETERMIN Do, 20.9.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Fruchtsäfte Frucht oder Saft - was ist gesünder?

Fruchtsäfte haben nach wie vor das Image fast so gesund wie die Frucht zu sein. Ein Irrglaube! Odysso zeigt warum.

Saft oder Frucht

Die deutschen lieben Säfte. Zu den beliebtesten gehören der Apfel-, der Orangen- und der Multivitaminsaft. Doch wie viel Zucker enthalten sie im Vergleich zur Frucht und sind Vitamine, Mineralien und weitere gesunde Nährstoffe im Saft überhaupt noch vorhanden? Es treten an: Der Saft gegen die Frucht.

Frisches Obst enthält Vitamine, Mineralien und Ballastoffe.

Erster Checkpunkt: der Zuckergehalt

Apfelsaft schmeckt sehr süß. Der Apfel, je nach Sorte und Reifegrad auch. Doch wie viel Zucker enthalten beide?

In zwei mittelgroßen Äpfeln steckt etwa der Gehalt von zehn Zuckerwürfeln. Presst man die Äpfel aus, hat der Saft nur noch eine Süße von acht Zuckerwürfeln. Fast so viel wie in einem Glas Cola. Es landet zwar nicht der ganze Zucker der Frucht im Saft, doch deswegen ist er noch lange nicht gesünder als die Frucht! Neben der Zuckermenge ist es für die gesundheitliche Bewertung entscheidend, ob Zucker in Saftform oder fest gebunden in Pflanzenzellen vorliegt. Denn unser Körper verträgt den Zucker in Fruchtsäften wesentlich schlechter, weil er schon in Flüssigkeit gelöst ist. So wird er im Darm fast verzögerungsfrei aufgenommen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel schnell an. Das erhöht bei hohem Saftkonsum das Diabetesrisiko.

Ganz anders sieht das aus, wenn wir die Frucht essen. Früchte enthalten in ihren Fasern, im Fruchtfleisch und in der Schale sogenannte Ballaststoffe. Dass sind unverdauliche Pflanzenbestandteile die unsere Verdauung anregen und dafür sorgen, dass die Darmschleimhaut den Fruchtzucker langsamer absorbiert. Genaugenommen spalten Enzyme den Zucker nach und nach von den Fruchtstücken ab. Erst danach gelangt er in unsere Blutbahn und der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam. Das Diabetesrisiko erhöht sich so nicht. Saft ist der klare Verlierer im Zuckervergleich!

Übrigens kann man Haushalts-Zuckerwürfel als Vergleichsbasis heranziehen, da der Haushaltszucker im Darm ohnehin in Trauben und Fruchtzucker aufgespalten wird. Das entspricht wiederum der Zuckerart des Saftes und der Frucht.

Zweiter Checkpunkt: Die sekundären Pflanzenstoffe

Im Obst sind sie verantwortlich für die bunten Farben, den attraktiven Duft und feinen Geschmack: Die Sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind auch unter dem Begriff „Bioaktive Substanzen“ bekannt. Studien weisen darauf hin, dass bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken verringern und andere sich positiv auf das System von Herz und Kreislauf auswirken. Doch durch das auspressen der Frucht bleiben die meisten sekundären Pflanzenstoffe in der Pressbestand zurück. Nur in Säften mit Fruchtfleisch und in naturtrüben Säften sind noch wenige sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Das Ergebnis spricht auch hier klar für die Frucht!

Dritter Checkpunkt: Vitamine und Mineralien

In frisch gepresstem Orangensaft beispielsweise, ist der Vitamin C-Gehalt genauso hoch wie in den dafür verwendeten Orangen. Frisch gepresster Apfelsaft enthält zwar etwas mehr Vitamin B, C und E als die Frucht, aber der Unterschied ist nicht gravierend. Mineralien, wie etwa Eisen oder Kalium, gehen bei der Verarbeitung zum Saft nicht verloren. Das gilt für alle frisch gepressten Säfte. Frucht und Saft sind hier gleich gut.

Saft ist nicht gleich Saft

Auf dem Markt gibt es Unmengen an verschiedenen Saftarten. Da ist es schwer den Durchblick zu behalten.

Zu allererst: Frisch Gepresster Saft ist der Beste. Danach kommen Direktsaft und Saft aus Konzentrat. Beide müssen aus 100 Prozent Frucht ohne Zuckerzusatz bestehen und schneiden damit auch noch relativ gut ab.

Weniger gesund ist Fruchtnektar. Er besteht nur zum Teil aus Saft.

Der Rest ist Wasser und zugesetzter Zucker. Qualitativ am schlechtesten sind Fruchtsaftgetränke. Sie bestehen zum größten Teil aus Wasser, etwas Saft und sehr viel zugesetztem Zucker.

Frucht gewinnt! Saft verliert!

Das Ergebnis zeigt eindeutig: Die Frucht ist dem Saft vorzuziehen. Auch die Ernährungsexperten sind sich einig: Fruchtsaft, egal welcher, sollte nicht als Durstlöscher konsumiert und nur in geringen Mengen getrunken werden. Er liefert zwar nicht nur Zuckerkalorien, sondern auch Vitamine und Mineralstoffe, doch wer die Wahl hat, sollte lieber zur Frucht greifen. Denn kein Saft ist so gut wie die Frucht.

aus der Sendung vom

Do, 20.9.2018 | 21:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.