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SENDETERMIN Do, 17.5.2018 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Vorbild Schweiz Zürich – pendeln à la Suisse

Wenn es um Mobilität geht, hat die Zukunft in der Schweiz längst begonnen. Das Zauberwort für den reibungslosen Nahverkehr heißt: Integrierte Taktung.

Vorbildlicher ÖPNV in Zürich dank integrierter Taktung

Die Stadt Zürich zeigt, wie städtische Mobilität zukünftig aussehen könnte. Denn hier lassen erstaunlich viele Menschen ihr Auto stehen und nutzen für ihren Weg zur Arbeit die öffentlichen Verkehrsmittel.

Weil alles aufeinander abgestimmt ist, entsteht für Bus-und Bahnpendler keine tägliche Zusatzbelastung. Vor allem, dass Busse und Bahnen regelmäßig fahren und aufeinander achten: Wenn der Zug Verspätung hat, dann wartet der Bus und lässt die Pendler nicht stehen.

Billig ist so ein System natürlich nicht. Aber es erreicht in Zürich sehr viele Menschen.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) stellt eine neue Ticket-App vor. Mit dem "Check-in-Ticket" fährt man immer zum günstigsten Preis. Das soll den ÖPNV weiter vereinfachen.

Im April 2018 stellte der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) eine neue Ticket-App vor. Mit dem "Check-in-Ticket" fährt man demnach immer zum günstigsten Preis. Das soll den ÖPNV weiter vereinfachen.

Zürich setzt Anreize auf vielen Ebenen

  • Parkplätze in der Stadt gibt es kaum und wenn, dann sind sie sehr teuer.
  • Firmenparkplätze kosten ab 150 Schweizer Franken pro Monat; es können aber auch mehrere hundert Franken sein.
  • Busse fahren absolut zuverlässig; sie sind stets pünktlich und fallen so gut wie nie aus.
  • Verspätungen bei der Bahn kommen kaum vor. Falls doch, sind es maximal etwa 10 Minuten.
  • Den Anschlussbus erreicht man immer, denn Bus und Bahn sind aufeinander abgestimmt und die Busse warten, falls der Zug verspätet ankommt.
  • Verkehrsplaner begannen bereits in den 1980er Jahren, den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig umzubauen.
  • Der öffentliche Verkehr erzielt große Aufmerksamkeit bei der Öffentlichkeit, der Politik und den Behörden

In der Schweiz ist das Auto kein "heilig's Blechle"

Der Stadtplaner Dominik Brühwiller fasst das so zusammen: "Das Auto ist nicht so ein Heiligtum. Politiker sind nicht mit der schwarzen Limousine unterwegs, sondern gehen mit dem Zug in ihre Heimatgemeinde und werden dort gefeiert. Es gehört schon dazu, eben nicht nur bei Leuten mit tiefem Einkommen. Je höher das Einkommen, desto höher die Nutzung des öffentlichen Verkehrs."