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SENDETERMIN Do, 24.5.2018 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Gesundheit Heilpflanzen aus dem Wald

Wald ist gesund. Nicht nur die wegen der guten Waldluft. Der Wald ist auch eine reiche Quelle für gesunde und heilsame Nahrungsmittel.

Ahornwasser und Lindenblütentee – Wildpflanzen haben heilende Wirkung

Der Einsatz von heilenden Kräften der Pflanzen aus dem Wald hat eine lange Geschichte. Der Weidenrinde z.B. haben wir eines unserer bekanntesten Schmerzmittel zu verdanken: Aspirin wurde im 19. Jahrhundert aus Salicin entwickelt, einem Wirkstoff der Weiderinde. Auch zahlreiche andere Waldpflanzen sind für ihre gesunden und heilenden Kräfte bekannt. Lindenblüten enthalten unter anderem ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide. Lindenblütentee wirkt schweißtreibend und auswurffördernd, er wird seit langem zur Behandlung von Erkältungskrankheiten genutzt. Eichenrindentee hilft gegen Durchfall.

Eichenrindentee hilft gegen Durchfall

Eichenrindentee hilft gegen Durchfall

Ein Trend der gerade aus den USA nach Europa überschwappt ist das Trinken von Ahornwasser. Die im Ahornwasser enthaltenen Stoffe enthalten zahlreiche Vitamine und gleichen den Elektrolyte-Haushalt des Körpers aus. Auch die im Frühjahr am Waldboden keimenden Samen von Ahorn, Tanne und Fichte sind reich an Vitalstoffen und können gut im Salat verwendet werden.

Von Giersch bis Linde – essbare Pflanzen auf drei Stockwerken

Wildpflanzenexperte Dr. Markus Strauß teilt die Pflanzen des Waldes in drei Stockwerke ein. Ganz unten die Krautschicht, die ihre Hochsaison im Frühjahr zwischen März und Mai hat. Während das Blätterdach der Bäume noch nicht geschlossen ist, bekommt der Boden des Waldes die Energie der direkten Sonneneinstrahlung und bringt zahlreiche essbare Pflanzen mit heilsamer Wirkung zu Tage.

Der Wald hat drei Etagen
- Krautschicht
- Strauchschicht
- Baumschicht

Beispielsweise den Giersch, in dessen Fachbezeichnung Aegopodium podagraria das lateinische Wort für Gicht, Podagra, enthalten ist. Seit Jahrhunderten wird der Giersch zur Linderung der von Rheumatismus und Gicht ausgelösten Schmerzen eingesetzt. Giersch kann man in Form von Rohkost als Zutat in Salaten oder in grünen Smoothies einsetzen. Man kann ihn auch wie Spinat dünsten. Geschmacklich erinnert er an Petersilie.

Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria) wird schon lange zur Linderung von Rheumatismus- und Gichtschmerzen eingesetzt

Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria) wird schon lange zur Linderung von Rheuma- und Gichtschmerzen eingesetzt

Auf die Krautschicht folgt die Strauchschicht. Sie umfasst Sträucher und junge Bäume von bis zu drei Metern Höhe. Sie ist insbesondere am Waldrand, wo viel Licht einfällt, ausgeprägt. Einer der bekanntesten Vertreter der Strauchschicht in Bezug auf heilsame Ernährung ist der Weißdorn. Er enthält oligomere Proanthocyanidine, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken Aus seinen Blüten und Blättern zubereiteter Tee gilt als gut verträgliches Mittel bei Herz- und Kreislaufstörungen.

Das dritte Stockwerk und somit das Dach des Waldes bildet die Baumschicht. In diesem Stockwerk ist die Linde vertreten, die von der Knospe über Blätter bis zur Blüte und schließlich Frucht genießbar ist. Vor allem der Lindenblütentee ist aufgrund seiner schweißtreibenden, schleimlösenden und entzündungshgemmenden Wirkung als Mittel gegen Erkältung bekannt.

Tipps vom Wildpflanzenexperten Markus Strauß


Markus Strauß hat es sich zur Mission gemacht, essbare Wildpflanzen wieder in den Alltag der Menschen zu integrieren. "Außerhalb des Waldes gibt es keine Naturlandschaft mehr, sondern Kulturlandschaft", so der Experte. Die wirklich unberührten und mit all ihren natürlichen Inhaltsstoffen versehenen essbaren Pflanzen sind demnach am besten im Wald zu finden. In Zusammenarbeit mit dem Haus des Waldes in Stuttgart und anderen Instituten bietet Dr. Strauß regelmäßig botanische Sammelspaziergänge an. Die nutzt er, um seine Leidenschaft für Wildpflanzen an interessierte Waldbesucher weiterzugeben.

Buch

Dr. Markus Strauß

Die Wald-Apotheke. Bäume, Sträucher und Wildkräuter, die nähren und heilen

Verlag:
Knaur Verlag
Genre:
Sachbuch
Länge:
208 Seiten
Bestellnummer:
978-3-426-65804-8
aus der Sendung vom

Do, 24.5.2018 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.