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SENDETERMIN Do, 19.3.2015 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag odysso Grundwasser in Gefahr - Die Lösung: Düngeempfehlung und Gesetzesänderung

Experten wissen, wie sich die hohen Nitrat-Werte in unserem Trinkwasser senken lassen. Gefragt ist hierbei nicht nur die Landwirtschaft - sondern auch die Verbraucher.

An der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg (LVG Heidelberg) wissen die Experten, wie sich die hohen Werte in unserem Trinkwasser senken lassen. Dr. Karin Rather und ihr Team nehmen dabei auch uns Verbraucher in die Pflicht. Wir wollen Turbo-Gemüse - und das ist ein Problem, sagt sie. Denn kaum eine Möhre wird ohne Stickstoff - sprich Nitratdünger - knackig genug, um sich auf dem Markt behaupten zu können. Aber auch der Gärtner kann noch eine ganze Menge tun.

Radieschen etwa haben von Natur aus kurze Wurzeln. So können sie nur bis zu einer geringen Tiefe den Dünger aus dem Boden ziehen. Die Lösung für solche Flachwurzel-Kulturen, wie etwa auch der Lauchzwiebel, ist der Anbau von Folgekulturen mit langen Wurzeln, die den restlichen Dünger aus tieferen Bodenschichten ziehen. So ein Tiefwurzler ist etwa der Weißkohl.

Das klingt relativ einfach - aber wird es in den Betrieben denn auch gemacht? "Der Wasserschutz gibt es vor", sagt Dr. Rather, "aber der Markt fordert etwas anderes." Das macht die Sache schwierig - für den Anbau und die Umwelt. Deshalb setzt Karin Rather auf kompetente Gemüseanbauer und Landwirte. Zu wissen, wie sich Nitrat-Dünger effektiv einsetzen lässt, ohne dass ein Rückstand im Boden bleibt, ist der beste Wasserschutz, sagt sie.

Einmal jährlich muss jeder Gemüse-Betrieb Proben vorlegen, die zeigen, wie viel Nitrat im Boden enthalten ist. Dr. Rather ist das viel zu wenig, weil zu ungenau. Deshalb haben die Forscher einen Schnelltest für die Betriebe entwickelt, der im Handumdrehen zeigt, wie viel Dünger zur Verfügung steht. Nur einer von vielen Ratschlägen, die Dr. Rather dem Anbau gerne an die Hand geben würde, um Dünger zu sparen - und damit der nicht das Wasser belastet.

Das Fazit: das Problem wäre lösbar. Die Nitratwerte in unserem Boden und Wasser lassen sich durchaus verbessern. Allerdings bedarf es dafür williger und kompetenter Betriebe - aber auch einer Düngeverordnung, die der Wasserqualität bei uns wirklich Rechnung trägt.

aus der Sendung vom

Do, 19.3.2015 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.