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SENDETERMIN Do, 1.3.2018 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Zeitreise Die Geschichte der NATO

Seit ihrer Gründung hat die NATO einige grundlegende Wandlungen durchlaufen.

Präsident Truman zur Gründung 1949

Zehn westeuropäische Länder, die USA und Kanada gründen den Nord Atlantik Pakt. Das westliche Beistandsbündnis gegen den Kommunismus. Wird ein Land angegriffen, verpflichten sich alle anderen militärisch zu helfen. Denn für US Präsident Truman haben die Menschen nur die Wahl: Knechtschaft oder Freiheit, Frieden oder Krieg.

1955: Deutschland in der NATO

Genauer gesagt, die Bundesrepublik Deutschland. Auf der anderen Seite sind die Armeen des Warschauer Vertrages. Die Nationale Volksarmee der DDR wurde 1956 gegründet. Beide Seiten setzen auf das Prinzip Abschreckung, bauen immer mehr Kernwaffen und halten einen Nuklearkrieg für siegreich führbar. Seit 1957 sind amerikanische Atomwaffen auf Raketen der Bundeswehr einsatzbereit.

1968: Neue Strategie

Um einen Angriff aus dem Osten abwehren zu können, setzt die NATO jetzt auf die Strategie der „Flexiblen Reaktion“: Nuklearwaffen und konventionelle Streitkräfte sollen kombiniert zum Einsatz kommen. Das Prinzip der Abschreckung wird gestärkt. Besonders in den 1970er Jahren setzt die nukleare Hochrüstung auf beiden Seiten eine Aufrüstungsspirale sondergleichen in Gang: bei Atomwaffen und bei konventionellen Truppen.

Schlachtfeld Deutschland

Das Rückgrat der NATO in Europa bildet die Bundeswehr mit ihren fast 500.000 Soldaten. Der neue „Leopard“ Panzer soll den Vormarsch der Ost-Armeen verhindern. Nach 1990 werden die detaillierten Angriffspläne von Sowjetarmee und NVA bekannt. Nuklearwaffen hätten ganz Deutschland zerstört.

1979: NATO Doppelbeschluss

Der sollte zweierlei erreichen: Nachrüstung in Form von Pershing II-Raketen und gleichzeitig eine umfassende Rüstungskontrolle. Doch die Verhandlungen mit der Sowjetunion führen erst Ende der 1980er Jahre tatsächlich zu einer vertraglichen Beseitigung der gefährlichen Mittelstreckenraketen. Die Verträge von Gorbatschow und Reagan beseitigen nach 1987 die Atomwaffen weitgehend aus Mitteleuropa.

2001: Der Bündnisfall

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 löst erstmals in der Geschichte der NATO den Bündnisfall aus. NATO-Truppen greifen danach gemeinsam in Afghanistan ein. Einen Krieg gegen den Irak 2003 unterstützen dagegen einige europäische NATO-Staaten nicht. Darunter Deutschland. Ein Wendepunkt in der Geschichte des Bündnisses, denn nicht der gemeinsam definierte Sicherheitsraum liegt nicht länger mehr nur in Europa.

2009: Russland ist Partner

Die Staatschefs der NATO Staaten feiern den 60. Geburtstag des Bündnisses in Baden-Baden und in Strasbourg. Mit dabei sind mittlerweile auch Mitgliedsländer aus Osteuropa: Polen und die baltischen Staaten. Die Osterweiterung bringt Bewegung ins Gefüge der Weltmächte. Die Mitglieder beschließen den weitgehenden Abzug aus Afghanistan und eine neue Strategie: „Kooperative Sicherheit und Krisenmanagement.“ NATO-Truppen sollen nun auch Hilfe beim Aufbau von Infrastruktur leisten. Angestrebt wird auch die verstärkte Kooperation mit Russland.

aus der Sendung vom

Do, 1.3.2018 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.