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SENDETERMIN Do, 9.7.2015 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Gifte im Alltag Gefahrstoffe in Haushaltsreinigern

Etwa 54.000 verschiedene Reinigungsmittel hat die Industrie entwickelt. Dabei werden auch Stoffe eingesetzt, die gesundheitsschädlich sind. Odysso zeigt was man beim Verwenden von Putzmitteln beachten sollte.

Gefahrstoffe in Haushaltsreinigern

Wir Deutschen sind wahre Putzteufel und geben circa 850 Millionen Euro im Jahr für Reinigungsmittel aus, denn wir wollen es schön sauber und rein haben in den eigenen vier Wänden. Und viele von uns greifen dann zu aggressiven Mittelchen, Desinfektionsmittelchen ! Das Schlimme ist aber, viele von denen sind wahrlich gesundheitsschädlich. Wussten Sie das? Und lesen Sie auch immer das Kleingedruckte auf der Flasche? Und was bedeuten eigentlich die Warnzeichen hinten drauf? Wie werden Putzmittel mit Warnzeichen richtig verwendet. Odysso macht den Test mit dem Gefahrstoffexperten.

odysso-Test

Blitz sauber soll es sein in der Küche im Bad, überall im Haus. Berge von Reinigungsmitteln, circa 54.000 hat die Industrie entwickelt, für jedes Fleckchen ein Mittelchen, toll oder? Das Problem: Die meisten kennen die Gefahrenhinweise überhaupt nicht. Also, worauf achten beim Putzen mit der Reinigungsmittel-Chemie? Damit beschäftigt sich Peter Bruckhaus. Er ist Gefahrstoffexperte beim TÜV Rheinland. Normalerweise berät er Unternehmen. Doch für uns besucht er Familie Klug aus Niestetal-Sandershausen. Udo, Heike und Sohn Timo gehen wie die meisten ziemlich unbedarft mit Putzmitteln um. Das will der Experte ändern.

Die Küche

Zum Beispiel das Backofenspray. Um die Fettverkrustungen auflösen zu können, enthält Backofenspray Natriumhydroxid - auch Ätznatron genannt. Verbleibt es länger auf der ungeschützten Haut, führt das zum Auflösen der Lipide in der Hornhautschicht. Die Folge kann eine tiefgreifende Gewebezerstörung sein.
Peter Bruckhaus sagt: "Wenn Sie genau auf den Text sehen, dann sehen Sie auch dass man da entsprechend Schutzhandschuhe tragen sollte und eventuell auch eine Schutzbrille."

Genauso aggressiv sind Fettlöser. Deshalb auch hier immer Handschuhe tragen, und bei Spülmaschinen-Tabs hinterher die Hände waschen.

Das Badezimmer

In der Dusche lauern Bakterien und Schimmel. Frau Klug verwendet hier regelmäßig Desinfektionsspray. Bei diesen Reinigungsmitteln werden häufig Areosole frei, die man einatmen kann. Deshalb sollte man auf gute Belüftung achten.
Ute Klug nimmt im Bad auch regelmäßig Abflussfrei, gegen Verstopfungen von Haaren und Seifenresten. Frau Klug: "So hier nehme ich den Abflussfrei, und dann ein bisschen Wasser drauf. In der Zwischenzeit nehme ich schon mal den Entkalker und sprühe damit das Waschbecken ein." Der Experte warnt: "Jetzt könnte im extremsten Falle Chlorgas entstehen."

Hintergrund: Kommt es zu einer Vermischung der Stoffe Chlor aus dem Abflussreiniger und Säure aus dem Kalkreiniger, bildet sich giftiges Chlorgas.
Atmen wir Chlorgas ein, kann das zur Reizung der Atemwege und - bei sehr hoher Konzentration - zur Auflösung von einzelnen Lungenbläschen kommen. Irreparable Schäden der Lunge sind dann nicht auszuschließen. Solche Reinigungsmittel sollten immer getrennt gelagert werden. Und auch auf jeden Fall nur einzeln bei gelüftetem Raum benutzt werden.

Die Garage

Aber gefährliche Putzmittel lauern nicht nur im Haushalt, sondern zum Beispiel auch in der Garage. Udo Klug hantiert oft mit gefährlichen Autoputzmitteln, ohne dass er es wusste. Zum Beispiel der verwendete Felgenreiniger, er ist mit einem neuen Gefahrensymbol versehen, einem Ausrufezeichen. Es bedeutet, dass dieses Mittel reizend und gesundheitsschädlich ist.

Der Felgenreiniger enthält Glyoxal. In höheren Dosen führt es zu Lungenschädigungen, die Lungenbläschen können verkleben, und es kann sogar zur Bewusstlosigkeit bis hin zu Erinnerungslücken führen. Zudem gilt der Stoff als krebserregend.

Der Experte rät: Atemschutz und Handschuhe sind unerlässlich beim Einsatz von Felgenreinigern.

Das Fazit

Familie Klug möchte in Zukunft intensiver darauf achten, was sie kaufen und die Gefahrensymbole beachten, um ihre Gesundheit zu schützen.

aus der Sendung vom

Do, 9.7.2015 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.