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SENDETERMIN Do, 17.1.2019 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Frischfutter oder aus der Dose Was ist gesundes Tierfutter?

Was ist das Richtige für Katzen, Hunde und Nager: Fertig- oder Frischfutter? odysso hat ermittelt, was die Wissenschaft unter gesundem Tierfutter versteht.

Rund 1,7 Milliarden Euro geben Tierhalter jährlich in Deutschland für Futter aus, um ihre Schützlinge gut zu versorgen. Bei der Recherche, wie man Tiere möglichst gesund ernährt, stößt man unweigerlich auf ganz unterschiedliche und widersprüchliche Ansichten. Die einen schwören auf Futter aus der Dose, weil das bereits fertig zubereitet ist und vielen Tieren offenbar schmeckt. Andere Tierfreunde schwören auf die frische Zubereitung von "biologisch artgerechtem Rohfutter", kurz: BARF. Kritiker halten dagegen, dass "barfen" das Risiko von Parasiten steigert und Mangelerscheinungen verursacht. 

Tierfutter-Herstellung ist kompliziert

Prof. Josef Kamphues vom Institut für Tierernährung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover betont, dass Tierhalter genau Bescheid wissen sollten, wenn sie Futter selbst herstellen wollen. Denn auch in der freien Natur nähmen zum Beispiel Fleischfresser auch nicht ausschließlich Muskelfleisch zu sich: "Über das erbeutete Tier werden ja auch Organe wie etwa die Leber aufgenommen, die als Quelle für Spurenelemente wie Kupfer und für Vitamine dient. Tierhalter müssten sich also daran orientieren, welche Beutetiere ihr Schützling im Blick hätte und ihm diese Komponenten zur Verfügung stellen."

Nicht im Sinne der Tiergesundheit ist es dagegen, einfach all das zusammen zu schnippeln, was in der Küche übrigbleibt. "Küchenreste und Schlachtnebenprodukte, in Kombination mit Getreideflocken, Kartoffeln oder mit Nudeln haben alle eins gemeinsam: viel zu viel Phosphor und zu wenig Kalzium", so der Tierernährungsexperte.

Erdölgranulat als Eiweißlieferant ist heutzutage häufig in Tiernahrung enthalten

Fertignahung ist bei manchen Tierhaltern hoch umstritten

Dosenfutter – gesund oder minderwertig?

Dosenfutter steht in dem Ruf, durch seine Sterilisation zu wenig Vitamine zu beinhalten. Und dass die Lebensmittelindustrie ihre minderwertigen Reststoffe darin entsorge. Pauschal lässt sich dies aber nicht sagen, da auch für Tierfutter gesetzliche Auflagen gelten. Alle Zutaten müssen "verkehrsfähige Ware" sein, deren Qualität wie bei Lebensmitteln kontrolliert wird. Demnach muss auch Fertigfutter bestimmte vorgeschriebene Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente aufweisen.

Die Futtermenge ist entscheidend

Das größte Problem bei der Fütterung von Heimtieren ist gar nicht die Qualität, sondern die Menge, warnen Experten. Die Kombination aus wenig Bewegung und zu viel Futter macht unweigerlich dick. Viele Tiere nehmen Futter, wenn es ihnen vorgesetzt wird, dankend an, auch wenn sie es nicht benötigen. Die Folgen sind dieselben, wie bei dicken Menschen: Sie setzen Fettpolster an, und ihre Gelenke verschleißen unter dem hohen Gewicht. Die Folge ist noch weniger Bewegung. Ein Teufelskreis, der das Leben der Tiere negativ beeinträchtigt und verkürzt.

Täglich Eiscreme für Meerschweinchen

Viele Haustiere leiden, obwohl ihre Halter es eigentlich gut mit ihnen meinen. Ein großes Problem sind nach der Erfahrung des Instituts für Tierernährung in Hannover auch die Getreidemischungen für Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen.

Zwei Meerschweinchen essen Salat

Grünzeug ist eine zwingende Alternative zu Getreidemischungen für Nager

Die Experten empfehlen Grünfutter und Heu. Gefüttert werde aber häufig sehr energiereich: Getreide, Nüsse, fettreiche Sonnenblumenkerne. "Das ist so, als wenn wir Menschen uns ausschließlich von Eiscreme und Butter ernähren würden", verdeutlicht Prof. Kamphues.

"Sperriges" Futter für gesunde Nager-Zähne

Zudem benötigen die kleinen Nager auch hartes Pflanzenmaterial wie Schalen oder Stengel. Laien betrachten das fälschlicherweise als Verunreinigung, aber für Nagetiere sind das erforderliche Zutaten, da sich nur an solch sperrigen Fasern die nachwachsenden Zähne abreiben lassen. Außerdem trägt das faserige Material dazu bei, dass der Nahrungsbrei durch den Verdauungstrakt transportiert werden kann.