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SENDETERMIN Do, 16.1.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Frag SWR-Odysso Wie entsteht Hausstaub?

Als SWR-Haushaltsexpertin sind Silvia Frank viele Methoden bekannt, um Staub zu entfernen. Doch was ist wirklich im Staub enthalten? Und kann zu viel Staub krank machen? Diese Fragen stellt ihr SWR-Odysso-Reporter Axel Wagner geht der Sache nach.

SWR-Reporter Axel Wagner verabredet sich mit Dr. Julia Hurraß, Leiterin des Bereichs Wohnmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universitätsklinik Freiburg. Doch er trifft sie nicht in ihrem Labor, sondern in der Wohnung einer Zuschauerin, die ihr Zuhause für eine Hausstaub-Untersuchung zur Verfügung gestellt hat. Tanja Schechinger, Mutter von zwei Kindern, hat eine Hausstaub-Allergie und muss daher auf Sauberkeit achten. Sie fragt sich jedoch ob ihre bisherigen Maßnahmen ausreichend sind.

Hausstauballergie: Glatter Boden nicht besser als Teppich

Zunächst untersucht Dr. Hurraß mit einer Sonde den Staub - allerdings nicht auf dem Boden oder den Möbeln, sondern in der Luft. Das Messgerät macht die Konzentration für verschiedene Größenfraktionen des Hausstaubs in der Innenraumluft sichtbar. Während die Schleimhäute beim Menschen größere Partikel abfangen, können feinere Partikel bis in die Lunge und sogar bis in die Lungenbläschen geraten.

Im Haushalt von Tanja Schechinger sind die Konzentrationen nicht kritisch. Für die spätere Analyse werden aber noch weitere Proben genommen, vor allem aus dem Schlafzimmer. Für die Analyse ein wichtiger Ort, denn hier ist der Mensch während der Nachtstunden mehrere Stunden am Stück dem Staub und möglicherweise allergieerzeugenden Stoffen ausgesetzt.

Dies ist Tanja Schechinger als Allergikerin bekannt, und sie hat aus diesem Grund den Teppichboden aus diesem Raum entfernt. "Das ist prinzipiell gut", sagt Dr. Hurraß, "doch die Meinungen gehen da mittlerweile etwas auseinander." Teppichböden haben den Vorteil, dass sie Partikel aus der Luft auffangen und aufnehmen können - und damit vielleicht auch die Luft ein wenig sauberer halten. Auf ganz glatten Oberflächen werden Partikel schnell aufgewirbelt. Es ist also nicht grundsätzlich so, dass ein glatter Boden für Allergiker besser ist als ein Teppich.

Hausstaub unter dem Mikroskop

In ihrem Freiburger Labor nehmen Dr. Hurraß und ihre Kollegen die Staubproben genauer unter die Lupe - denn in ihnen können sich Stoffe verbergen, die die Gesundheit schädigen können. Deshalb bietet Dr. Hurraß jedem, der sich Sorgen um seine Gesundheit macht, eine Staubanalyse als Service an.

Eine erste mikroskopische Untersuchung zeigt: Zum größten Teil besteht der Staub aus unkritischen Fasern von Kleidung, Teppichen und Polstern. In Proben anderer Haushalte wurden jedoch auch schon krebserzeugende Schimmelsporen und Asbest gefunden - das sind jedoch Sonderfälle.

Im Hausstaub finden sich zudem auch kleine Hautschuppen. Denn jeder Mensch verliert davon zirka 1,5 Gramm am Tag. Diese Hautschuppen sind Nahrung für die Hausstaubmilben, deren Kot wiederum allergische Reaktionen auslösen kann. Im Fall von Tanja Schechinger zeigt die Analyse, dass die Konzentration des relevanten Allergens deutlich unter der allergieauslösenden Schwelle liegt. "Was man unter dem Mikroskop nicht erkennen kann", erklärt Dr. Hurraß, "das sind die schwerflüchtigen Substanzen wie Weichmacher und Flammschutzmittel, die an den Partikeln haften." Aber zum Glück für Familie Schechinger zeigt die Laboruntersuchung hier keine Auffälligkeiten.

Entwarnung für den Testhaushalt

Tanja Schechinger ist über das Ergebnis der Hausstaub-Analyse glücklich - ihre bisherigen Hygienemaßnahmen sind für sie als Allergikerin absolut ausreichend. "Lüften ist natürlich ganz wichtig", gibt ihr Dr. Hurraß mit auf den Weg, "immer für regelmäßigen Luftaustausch sorgen." Empfohlen wird fünfmal zehn Minuten am Tag Stoßlüften. Und Frag-SWR-Odysso-Reporter Axel Wagner wird klar: Staub ist das Natürlichste auf der Welt - man muss nur mit ihm umzugehen wissen.

aus der Sendung vom

Do, 16.1.2014 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.