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SENDETERMIN Do, 19.3.2015 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

frag odysso Grundwasser in Gefahr - Nitratbelastung im Trinkwasser

Das Nitrat stammt zu einem großen Anteil von Düngemitteln aus der Landwirtschaft. Im Trinkwasser ist es gesundheitsgefährlich. Daher muss der Nitratgehalt in den Wasserwerken ständig überwacht werden.

Wissenschaftsjournalist Axel Wagner besucht das Wasserwerk Mannheim Rheinau. Das Wasserwerk bezieht sein Wasser aus der Landschaft vor den Toren. Und um die sorgt sich Kathrin Böttcher, als Ingenieurin im Bereich Qualitätssicherung/Wasserwirtschaft bei der MVV Energie AG dafür verantwortlich, dass möglichst sauberes Wasser an die Haushalte geht: "Wir sind auf das angewiesen, was von draußen kommt - und das wird in unserem Fall stark von der Landwirtschaft beeinflusst." Im Schutzgebiet dieses Wasserwerks liegt relativ viel landwirtschaftlich genutzte Fläche, dadurch entstehen auch relativ hohe Nitratwerte. Das Nitrat stammt zu einem großen Anteil von Düngemitteln aus der Landwirtschaft. Im Trinkwasser ist es jedoch gesundheitsgefährlich. Daher muss der Nitratgehalt in der Leitwarte des Wasserwerkes ständig überwacht werden.
"Unter anderem haben wir den Vorteil, dass wir das Wasser mischen können", sagt Kathrin Böttcher, "mit einem Wasser, wo überhaupt kein Nitrat drin ist. Das ist auf jeden Fall ein Glückstreffer in Sachen Nitrat - dieses Glück haben andere Versorger bestimmt nicht". Die müssten ihr Wasserwerk womöglich sogar schließen.

Kooperationen mit Landwirten

Zudem schützt das Werk seine Brunnen über Kooperationen mit den Landwirten der Region. Verwenden die weniger Dünger, erhalten sie Ausgleichszahlungen. Die Folge: weniger Nitrat im Boden.
Axel Wagner trifft Hans-Peter Wöllner, Wasserschutzberater im Rhein-Neckar Kreis. Er kontrolliert den Nitratgehalt der Böden im Dienst des Landratsamtes und berät auch die Landwirte beim Düngereinsatz. Die Düngeverordnung gibt zwar schon gesetzliche Vorgaben, aber die reichen für den Wasserschutz meist nicht aus. Landwirt Eckard Boxheimer etwa bekommt gerade sein Nitrat geliefert. Wie sieht es aus bei ihm? "Die Werte bei Herrn Boxheimer sind die letzten Jahre immer sehr gut gewesen", sagt der Wasserschutzberater, "da kann man ein absolutes ok aussprechen". Der Landwirt ergänzt: "Wir sind ja auch selbst daran interessiert, denn der Dünger kostet sehr viel Geld. Ich habe ja kein Interesse daran, dass mein Geld direkt ins Grundwasser rein geht, sondern ich versuche es direkt an die Pflanze heran zu bekommen. Das ist mein Ziel und dafür ist es hilfreich für mich, diese Werte zu bekommen."
Der Wasserschutzberater sieht in der Summe nach wie vor Beratungsbedarf: "Es gibt Landwirte, da muss man einfach mehr anschieben, mehr anstoßen - aber es gibt auch Landwirte wie den Herrn Boxheimer, die das optimal umsetzen."

Dünger und Trinkwasser

Aber man muss auch die Landwirte verstehen, und deren Haltung zum Thema "Dünger und Trinkwasser". Schließlich geht es um die Produkte, um den Ertrag. Und der wird mit Dünger eben gesteigert.

Müssen wir uns also mit den erhöhten Nitratwerten in unserer Umwelt einfach abfinden? Wissenschaftsjournalist Axel Wagner sucht nach Lösungen aus diesem Dilemma.

aus der Sendung vom

Do, 19.3.2015 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.