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SENDETERMIN Do, 30.11.2017 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Gesellschaft Wichtige Großeltern

Fast 90 Prozent aller Großeltern schätzen ihre Rolle für die Enkel als wichtig bis sehr wichtig ein. Je nach Gegebenheit nehmen Oma und Opa unterschiedliche Rollen ein.

Großeltern sind Betreuungsinstanz

Seit zehn Jahren nimmt der Anteil der Großeltern, die ihre Enkel betreuen zu. Waren es 2014 nur 25 Prozent, so sind es jetzt über 30 Prozent. So ist es auch bei Elisabeth und Georg Gottselig aus Hofheim. Elena und Raphael aus Mainz sind mehrmals in der Woche zu Besuch. Deren Eltern sind selbstständig. Ohne die Hilfe der Großeltern wäre das kaum möglich. Und die helfen gerne, wenn es passt, so Georg Gottselig. Dazu gehört das gemeinsame Essen genauso wie Spielen oder Hausaufgabenbetreuung. In gut drei Vierteln der Deutschen Familien sind beide Elternteile berufstätig: Voll- oder Teilzeit. Dazu kommen fast eine Million berufstätige Alleinerziehende. Oma und Opa sind da willkommene Hilfe. Sowohl organisatorisch als auch finanziell.

Großeltern helfen finanziell

Zuhause bei Opa Rudolf Lenk. Enkel Yannis und Enkelin Alisa sind zu Besuch. Das passiert wöchentlich. Denn Opa Rudolf Lenk spendiert seinen Enkeln den Klavierunterricht. Das kostet zwar, aber für den Großvater ist es eine sinnvolle Ausgabe. „Es freut mich, dass die Kinder Klavierunterricht haben.“ So der Rentner. „Ich weiß, wie wichtig das ist. Musik bedeutet, wie wenn einer eine andere Sprache spricht.“

Finanzielle Unterstützung kann sich auch Alicias Großmutter Irmgard Thelen leisten. Sie ist mit ihrer wirtschaftlichen Lage gut bis sehr zufrieden. Damit ist sie nicht allein. Mehr als der Hälfte aller Senioren geht es so. Kein Wunder, dass sie Alicia ab und an mal unter die Arme greift. Sei es bei der Ausbildung oder beim ersten Auto. „Es kommt alles freiwillig von mir“, betont Alicias Großmutter. „Zwang würd ich nicht mitmachen. Sie sagt auch, Oma lass das doch, wenn ich ihr was geben will. Das find ich gut von ihr.“

Großeltern vermitteln Wissen

Großeltern bieten nicht nur Geld und Betreuung, sie bieten auch Können. Opa Lenk hilft bei handfesten Problemen. Schließlich ist er da, hat Zeit und eben das nötige Geschick. Wenn mal was zu Bruch geht oder etwas repariert werden muss kommen seine Enkel zu ihm. So vermittelt er nebenbei wertvolles Wissen. Auch wenn die praktische Hilfe für Enkel Jannis erst mal im Vordergrund steht: „Wenn Sachen anfallen, die nun mal gemacht werden müssen und da können wir dann zum Glück zum Opa gehen.“ Und Opa macht. Egal ob die Kette am Fahrrad schleift oder eine Kommode renoviert werden muss.

Oma und Opa sind geduldig

Elisabeth und Georg Gottselig wissen, dass sie bei ihren eigenen Kindern strenger waren als bei ihren Enkeln. Elisabeth erklärt das so: „Bei den Elternkindern denkt man, ich hab ja Zeit, kann das hinterher regeln oder ich kann später aufräumen. Das ist mir jetzt nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, dass wir was zusammen unternehmen. Man ist gelassener und man kann das auch sein, weil man hat ja nicht die Verantwortung.“ Das führt zu einer engen Beziehung zu den Enkeln. Die Großeltern werden mit zunehmendem Alter der Enkel zur idealen Vertrauensinstanz. So ist sda auch bei der zwanzigjährigen Alicia Thelen und ihrer Großmutter Irmgard Thelen. Immer wenn Alicia Streit mit ihrer Mutter hatte, sei sie zur Oma gerannt und die habe sie dann wieder runtergeholt: „Sie hat mich schon so ein bisschen zurechtgewiesen. Wenn ich mal wieder mit einer wahnsinnigen Entscheidung zu ihr kam, hat sie gesagt lass es, schlaf noch mal drüber. Sie hat mich schon in die richtige Richtung geführt.“

Die Großeltern sind im Idealfall nicht nur eine Allzweckwaffe bei der Bewältigung alltäglicher und besonderer Probleme, Sie geben ihren Enkeln Sicherheit. Denn Oma und Opa sind einfach da.