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SENDETERMIN Do, 23.3.2017 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Energiewende für alle? Bürgerhoffnung Regionalität

Die Euphorie war groß. Die erste Bürgerenergiegenossenschaften starteten vor sechs Jahren erfolgreich, doch nach der Novelle des EEG gerät die regionale Energiewende ins Stocken.

5 Jahre danach

Noch immer haben sie große Pläne bei der Energiegenossenschaft Südeifelstrom. Dazu gehören Bürger, die Stadtwerke Trier, Unternehmen der Region. 2012 wollten sie noch 100 bis 150 neue Solaranlagen in der Region errichten. Daraus ist leider nichts geworden, sagt Mario Brüders, es wurden bis heute nur 5 Anlagen ans Netz gebracht.

Gegenwind und EEG-Reform

Tatsächlich gibt es gegen den Bau von Windparks in der Region massiven Widerstand der Anwohner. Damit hatte in der Energiewende-Euphorie von 2012 niemand gerechnet.

Und auch die politischen Rahmenbedingungen sind heute anders. Ende Dezember 2016 wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz verändert: jetzt soll wirtschaftliches Denken die Öko-Euphorie der Anfangsjahre ablösen.

Versorgungssicherheit gefragt

Bisher war die Energiewende von schnellen Entscheidungen und Milliarden Zuwendungen für den Umstieg auf Solar und Wind geprägt. Das ist geschafft. Doch damit haben sich die Anforderungen an eine Regionalität der Energiewende grundsätzlich verändert. Jetzt geht es um den Nachweis, dass Ökostrom auch versorgungssicher ist. Und auch die Unternehmen vor Ort brauchen verlässlichen Strom, egal ob der aus der Region oder vom Nordsee-Windpark kommt.

RWE und Co.

Anders als 2012: jetzt beteiligen sich die großen Stromkonzerne massiv an der Energiewende. Innogy, das ist die RWE Tochter für Ökostrom, tätigt in der Eifel Millioneninvestitionen, zum Beispiel in Biogasanlagen, die als Energiespeicher fungieren.

Ein Aufwand, mit dem kleine Energiegenossenschaften nicht mithalten können. War der Plan einer regionalen Energiewende vielleicht doch ein Irrweg?

Mario Brüders, Energiegenossenschaft SüdeifelStrom: „Ein Irrweg auf keinen Fall. Ich denke, man war sich zu dieser Zeit nicht im Klaren, wie kompliziert und komplex das ganze Thema der regionalen Energieversorgung sein kann oder ist. Ich bin fest der Meinung, dass wir Möglichkeiten haben, wir müssen nur andere Wege gehen, andere Zusammenschlüsse tätigen, um dieses Ziel letztendlich zu erreichen.“