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SENDETERMIN Do, 30.1.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Ranking Die teuersten Materialien

Auf dem Weltmarkt ist fast alles käuflich, und jeder Stoff hat seinen Preis - egal ob Droge, Werkstoff oder Edelstein. Doch was kosten die teuersten Materialien, die wir kennen oder was würden sie kosten, wenn sie käuflich wären.

Ein Diadem, davor ein Preisschild aus rotem Leder. Der Preis: 1.230.750,00 Euro.

Sechs Materialgruppen

Auf der Suche nach den teuersten Materialien hat SWR-Odysso sechs Gruppen eingeteilt: Lebensmittel und Gewürze, Edelmetalle, Drogen, radioaktive Substanzen (Spaltmaterial), Edelsteine und kosmische Materie. Für Drogen, Spaltmaterial und kosmische Materie gibt es keine echten Marktpreise, da diese Stoffe nicht gehandelt werden. Hier müssen Schätzungen herhalten, um die Kosten der Beschaffung zu beziffern. Was würde es kosten, wenn wir ein Kilogramm dieses Materials kaufen wollten?

Platz 6: Das teuerste Gewürz oder Lebensmittel

Sie gehören zur Familie der Schwertliliengewächse. Besser bekannt sind die lilafarbenen Krokusse aber wegen ihrer roten Stempelfäden: Safran. Dort wo Safran wächst, wird er auch als das rote Gold bezeichnet. So zum Beispiel in Mund, einem Bergdorf im Schweizer Kanton Wallis. Das ist der einzige Ort in Mitteleuropa, wo Safran wächst. Die Blüten duften süß-aromatisch. Erst wenn die Fäden getrocknet sind, ergeben sie das bitter-scharfe Gewürz Safran. Gut 10.000 Euro ist ein Kilogramm wert. Das ist mehr als ein Kilogramm Trüffel kostet. Dieses schlägt mit 9.000 Euro zu Buche. Weit abgeschlagen im Ranking ist Kaviar mit 5.000 Euro pro Kilogramm.

Platz 5: Das teuerste Edelmetall

Zwar ist Gold das bekanntere Edelmetall, doch zurzeit ist sein ewiger Konkurrent Platin begehrter. Das liegt an den hervorragenden technischen Eigenschaften von Platin. So ist zum Beispiel das Ur-Kilogramm aus einer Platin-Iridium Legierung. Begehrt ist Platin auch wegen seiner Eigenschaft als Katalysator, der chemische Reaktionen antreibt. Gerade mal 190 Tonnen Platin werden jährlich gefördert. Der weitaus größte Anteil stammt aus den Platinminen Südafrikas. Im Sommer 2012 streikten die Minenarbeiter. Sie wollten mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Eindrucksvoll zeigten die Sicherheitskräfte, auf welcher Seite sie stehen. Auf der des Geldes. Bei dem sogenannten Massaker von Marikana töteten die Sicherheitskräfte 34 Bergarbeiter Der Weltmarktpreis für ein Kilogramm Platin lag Anfang 2013 bei rund 43.000 Euro. Seitdem ist der Preis deutlich gesunken. Anfang 2014 gab es nur noch etwa 35.000 Euro für das Kilogramm. Gold ist nach wie vor ein wenig billiger.

Platz 4: Die teuerste Droge

Drogen werden in der Regel nicht legal gehandelt. Ebenso stammt auch das Geld dafür selten aus legalen Quellen. Etwa 100.000 Euro kostet die Modedroge Metamphetamin bei örtlichen Dealern. Heroin und Kokain sind deutlich teurer - sie kosten etwa das Doppelte. Noch teurer ist LSD. 1943 entdeckt, war LSD bis 1968 in den USA frei verkäuflich und DIE Droge der Hippiebewegung.

Ampullen mit LSD

Teuerste Droge: LSD

Dann wurde es in den USA verboten. Deutschland folgte 1971. Erst in den vergangenen Jahren versuchen Wissenschaftler wieder, die Wirkung von LSD zu erforschen. Weil LSD nicht körperlich süchtig macht wie Herion, ist es für Drogendealer unattraktiv. Entsprechend teuer ist es, an LSD zu kommen. Ein Kilogramm wird derzeit auf drei Millionen Euro geschätzt.

Platz 3: Spaltbares Material

Uran -235 und Plutonium- 239 werden für den Bau von Atomkraftwerken und Atombomben benötigt. Uran-235 ist Hauptbestandteil der Brennstäbe in den meisten Atomkraftwerken. Sehr reines, sogenanntes angereichertes Uran-235 dient zum Bau einfacher Atombomben und wurde zum Beispiel bei der Hiroshima-Bombe benutzt. Im Gegensatz zu Uran-235 kommt Plutonium-239 nicht natürlich vor, sondern entsteht in Kernreaktoren aus Uran-239. In Wiederaufbereitungsanlagen wird es dann soweit angereichert, dass es zum Beispiel als Brennstoff für sogenannte Schnelle Brüter genutzt werden kann oder für den Bau einer Atombombe. Schon wenige Kilogramm Plutonium -239 reichen dafür aus. Der Handel mit radioaktiven Stoffen ist streng reglementiert. Trotzdem gelangen Uran und Plutonium ab und an auf den Schwarzmarkt: Für ein Kilogramm waffenfähiges Plutonium muss ein Käufer schätzungsweise 20 Millionen Euro hinlegen.

Platz 2: Edelsteine

Der König aller Edelsteine. Schönheit und Härte sind in der Natur unübertroffen. Der größte Diamant, der jemals gefunden wurde, landete in den britischen Kronjuwelen. Das belgische Antwerpen ist der wichtigste Handelsplatz für Diamanten. Reinheit, Farbe und Schliff bestimmen den Wert des Edelsteins. Über die Hälfte aller Diamanten stammt aus Australien, Russland und Schwarzafrika. Im Kongo, Botswana und Südafrika vermuten Experten die größten Reserven. Rohdiamanten finanzieren Krieg und Terror in vielen Ländern. Erst 2003 versuchte die Diamantenindustrie den Handel mit sogenannten Blutdiamanten einzudämmen. Zunächst erfolgreich. Doch schon der Künstler Damien Hirst bemerkte zu seiner Arbeit "For the Love of God" - einem mit Diamanten besetzten Totenschädel: "Ich hoffe, die Leute, die das Werk sehen, fühlen sich gut." Der Preis pro Kilogramm Diamanten: circa 100 Millionen Euro.

Platz 1: Kosmische Materie

Beim Urknall entstand Antimaterie als Spiegelbild der gewohnten Materie - so die gängige Theorie. Dummerweise können wir nur die normale Materie beobachten. Die Antimaterie bleibt verborgen. Trotzdem: Irgendwo da draußen müsste sie sein. Deswegen brachte das Space Shuttle 2011 einen speziellen Detektor zur internationalen Raumstation ISS. Er soll Antiteilchen aufspüren, die sich in der Nähe der Erde befinden. Immerhin ist es dort im gleichen Jahr gelungen Anti-Wasserstoffatome zu erzeugen. Sie waren gerade mal 17 Minuten stabil. Eigentlich unbezahlbar wird ein Kilogramm Antimaterie auf 60 Billiarden Euro geschätzt. Das ist eine Zahl mit 15 Nullen!