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SENDETERMIN Do, 14.6.2007 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Die Macht der Berieselung Kaufhausmusik

Die einen finden sie einfach nur nervig, andere wiederum genießen sie als entspannendes Beiwerk beim Einkauf: die Kaufhausmusik. Doch wer glaubt, dass diese freundliche Begleitung durch den Supermarkt keinen Einfluss auf unser Kaufverhalten hat, irrt. Versuche haben gezeigt, dass beispielsweise edlere Tropfen vor allem bei klassischer Musik gekauft werden und sich auch noble Automarken am besten mit Vivaldi und Co. verkaufen ...

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Funktionale Hintergrundmusik für Kaufhäuser

Das holländische Unternehmen Alcas Muzak ist Marktführer in Sachen Kaufhausmusik. Dutzende Rechner verschicken von Hilversum aus täglich so genannte funktionale Hintergrundmusik an Tausende Kaufhäuser und deren Filialen. Und das Geschäft boomt. Geschätzte 100 Millionen Euro geben allein deutsche Warenhäuser jährlich dafür aus.

Aufgabe der Sounddesigner ist es, die Akustik im Geschäft in eine bestimmte Richtung zu verändern: von störenden Geräuschen soll abgelenkt, oder auch eine unerwünschte, als bedrückend empfundene Stille vermieden werden. Kurzum: Der Kunde soll sich wohl fühlen und im Laden bleiben. Jeder einzelne Titel wird deshalb danach beurteilt, ob er die Zielgruppe eines Geschäfts trifft.

Offensichtlich eine lohnende Investition. Denn wissenschaftliche Untersuchungen belegen: Musik, richtig eingesetzt, kann unsere Stimmungen enorm beeinflussen. Herzfrequenz, Atmung und Muskelanspannung verändern sich - ohne dass wir es wirklich bewusst steuern könnten. Ein toller Song, eine schöne Melodie - und schon fühlt man sich wohl und ist vielleicht auch für den ein oder anderen Kaufanreiz offen.

Was, wenn die Musik einfach nur nervt?

Doch was passiert bei Kunden, die die Kaufhausmusik einfach nur nervt? Ein Problem, von denen Supermärkte ein Lied singen können. Denn deren Kundschaft ist höchst unterschiedlich: Alt und jung, Männer und Frauen. Und die haben nicht alle den gleichen Musikgeschmack.

Heterogene Zielgruppe nennt das die Wissenschaft - und konnte prompt nachweisen, dass Supermarktmusik nicht zu mehr Konsum führt. Denn was beim einen zum Einkaufen anregt, führt beim anderen zum Gegenteil: Schnell ins Regal greifen - und dann nix wie raus ...

In Fachgeschäften, deren Kunden sich mehr ähneln, funktioniert die Musikberieselung allerdings besser. Auch das belegen wissenschaftliche Studien. In einem Weingeschäft zum Beispiel wurde abwechselnd deutsche und französische Musik gespielt. Kamen deutsche Klänge aus dem Lautsprecher, griffen die Kunden verstärkt zu deutschen Weinen. Klang es eher nach Frankreich, bevorzugten sie beim Kauf unbewusst viel häufiger französische Tropfen.

aus der Sendung vom

Do, 14.6.2007 | 22:00 Uhr

SWR Fernsehen

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Sendezeit

Donnerstags um 21.00 Uhr im SWR Fernsehen.