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SENDETERMIN Do, 20.3.2014 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Cheapfood-Check Was taugt Essen unter fünf Euro?

Sie sind unterwegs. Plötzlich packt Sie der Hunger. Sie haben noch fünf Euro, das reicht gerade mal für vermeintlich ungesunde Fast Food. Oder sind die schnellen Gerichte auf die Hand gar nicht so schlecht wie ihr Ruf? SWR-Odysso prüft nach.

Die Kategorien

Mithilfe des Max-Rubner-Instituts hat SWR-Odysso fünf Gerichte unter die Lupe genommen. Die Kategorien zum Vergleichen: Kilokalorien, Fettzusammensetzung, Salz und weitere Extras wie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Platz 5: Salami-Pizza

Auf dem letzten Platz landet die Salami-Pizza. Obwohl sie mit 120 Gramm nicht gerade üppig daher kommt, hat es so ein Stückchen in sich: 455 Kilokalorien. Das ist enorm viel. Die meiste Energie stammt dabei aus Fett. Insgesamt 21 Gramm Fett auf ein Stückchen Pizza.

Die Fettzusammensetzung sieht leider auch nicht gut aus: Fast die Hälfte sind gesättigte Fettsäuren – das sind zu viele! Denn gesättigte Fettsäuren sind schlecht für Herz und Kreislauf.

Beim Salz wird es nicht besser: zwei Gramm Salz pro Stück. Wenn Sie fünf Stücke essen würden, um auf Ihren Tagesbedarf von rund 2.000 Kalorien zu kommen, würden Sie auch gleichzeitig zehn Gramm Salz aufnehmen. Zu viel: Es sollten nicht mehr als sechs Gramm am Tag sein. Denn zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen. Auch hier Minus drei Punkte.

Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe gibt es leider auch sehr wenige in der Salami-Pizza. Denn außer in der Tomatensoße gibt es keine pflanzlichen Inhaltsstoffe. Obendrein sind Kalium und Vitamine rar.

Platz 4: Burger

Der Burger besteht aus einem Weizenmehlbrötchen, Rinderhackfleisch, einer Ladung Ketchup, ein bis zwei frischen Tomatenscheiben, ein paar Zwiebeln, Essiggurken, ein Salatblatt und zum guten Schluss ordentlich Salatmayonnaise. Macht in der Summe stolze 633 Kilokalorien. Das entspricht fast einem Drittel des gesamten Tagesbedarfs einer Frau. Die Kalorien stammen dabei vor allem aus dem Fett: 34 Gramm um genau zu sein.

Ein Hamburger auf weißer Fläche.

Der Hamburger hat viele gesättigte Fettsäuren.

Aber wie sieht es mit der Fettzusammensetzung aus? Sprich: gesättigte und ungesättigte Fettsäuren im Vergleich. Der Burger hat mit 7,7 Gramm relativ viele gesättigte Fettsäuren, die bei übermäßigem Genuss das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöhen. Auf der anderen Seite enthält ein Burger aber auch einige ungesättigte Fettsäuren, die gesünder sind.

Wie sieht es mit der Menge an Salz aus? Der Burger hat stolze 2,5 Gramm. Würde man drei von ihm verzehren, was ungefähr der Tagesenergiemenge entspräche, landeten wir bei 7,5 Gramm. Zu viel! Mehr als sechs Gramm pro Tag sollten wir nicht verzehren.

Unsere letzte Kategorie: Extras. 4,2 Gramm Ballaststoffe sind nicht besonders viel. 30 Gramm sollten es am Tag eigentlich sein. Damit kann der Burger schon mal nicht punkten. Außerdem enthält er wenig sekundäre Pflanzenstoffe, weil kaum frisches Gemüse und kein Obst drin und drauf sind.

Platz 3: Chicken Wings

Bei den Chicken Wings schlägt mal wieder das Fett zu: 438 Kilokalorien für die Hähnchenflügel. Die meisten Kilokalorien stammen dabei aus Fett: rund 32 Gramm.

Bei der Fettzusammensetzung wird es schwierig, denn frittierte Fette verändern ihre Qualität. Außerdem ist entscheidend, wie oft das Fett erwärmt, erkaltet und wieder erwärmt wird. Das können wir allerdings nicht objektiv beurteilen. Anders beim Thema Salz. 2,4 Gramm sind extrem viel. Weil wir weder Gemüse noch Obst noch Vollkornprodukte notieren können, fehlen Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Platz 2: Fischbrötchen

Ein Weißbrotbaguette, ein Bismarckhering, Essiggurken und Zwiebeln machen eine Energiemenge von 275 Kilokalorien aus. Das ist gut. Pro 100 Gramm ist die Energie vergleichbar mit der des Döners. Bei der Fettzusammensetzung punktet das Fischbrötchen durch die Omega-3-Fettsäuren. Die sind uneingeschränkt positiv.

Detailaufnahme eines Fischbrötchen.

Das Brötchen mit Bismarckhering macht den zweiten Platz.

Omega-3-Fettsäuren verringern das Risiko von Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebserkrankungen. Beim Salz ergibt sich ein Gramm pro Stück. Für ein so kleines Fischbrötchen ist auch das viel. Auf den Tagesbedarf umgerechnet ergibt das acht Gramm Salz - leider zwei Gramm über dem empfohlenen Wert von sechs Gramm pro Tag. Bei den Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen können wir nicht wirklich etwas hervorheben. Wir haben schließlich relativ wenig frisches Gemüse, kein Obst und kein Vollkorn.

Platz 1: Döner

Der Döner in unserem Beispiel besteht aus einem Dönerbrötchen, frischem Eisbergsalat, Krautsalat weiß, Krautsalat rot, frischen Tomaten, frischen Zwiebeln, Tsatasiki-Soße und gegrilltem Hähnchenfleisch. Unterm Strich kommen dabei 537 Kilokalorien dabei heraus. Absolut mag das zwar relativ viel sein. Auf das Gewicht des Döners bezogen ist die Kalorienmenge aber relativ moderat: nämlich nur 143 Kilokalorien pro 100 Gramm. Außerdem stammt die Energie vor allem aus Kohlenhydraten und nur 12,9 Gramm Fett. Auch bei der Fettzusammensetzung sieht es gut aus. Das an sich schon fettarme Produkt punktet durch eine moderate Menge an gesättigten Fettsäuren. Beim Salz sieht es dafür nicht ganz so gut aus. 2,5 Gramm Salz pro Portion sind viel. Dafür ist der Anteil der Extras hoch: Mehr als 100 Gramm Gemüse steuern Ballaststoffe und viele sekundäre Pflanzenstoffen bei.

Der Döner ist also der Sieger im Kalorien, Fett und Salzvergleich.

aus der Sendung vom

Do, 20.3.2014 | 22:00 Uhr

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Donnerstags um 22.00 Uhr im SWR Fernsehen.